Schlagwort-Archive: Biennale

Von der Rostlaube zum Schmuckstück

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Unter Linden Kaffee trinken (Foto R.W.)

Wie lange hatte man darauf gewartet und schließlich die Hoffnung fast ganz aufgegeben. Nun ist – endlich – doch was geschehen. Das Gewächshaus in den Giardini (la Serra), vor über hundert Jahren errichtet und seit Jahrzehnten ein Bild des unaufhaltsamen Verfalls, ist zu einem Schmuckstück mutiert und zu neuem Leben erwacht: mit pädagogischem Anspruch (wöchentlich Kurse für Kinder), kommerziellen Interessen (Pflanzenverkauf) und einem wohltuend rekreativen Angebot (Café mit Sitzgelegenheiten drinnen wie draußen). Weiterlesen

Hans Dampf in allen Gassen

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In Erwartung der Eröffnung  (Foto R.W.)

Gianni Vapore nei tutti i calli (Hans Dampf in allen Gassen). Italienischen Augen und Ohren mag diese Übersetzung aus dem Deutschen nicht vertraut sein. Dabei haben sie in der kulturpolitischen Szene mindestens einen, der alles daransetzt, sich diesen Titel in allen Sprachen zu verdienen: Vittorio Sgarbi. Man staunt nicht schlecht, wie die Gassen, in denen dieser Mann Dampf macht, geografisch verteilt sind. Weiterlesen

Rechnet (nicht) mit Erleuchtung

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Wegweisend: Hier geht´s zur Biennale (Foto R.W.)

Die diesjährige Kunstbiennale in Venedig – inzwischen die 54ste – soll uns Erleuchtung bringen. Ein Schelm, wer dabei an Straßenbeleuchtung denkt. Das Motto ILLUMInazione – ILLUMInation hat uns die Schweizer Kuratorin Bice Curiger beschert. Sie hat 82 überwiegend junge Künstler aus allen Weltregionen nach Venedig eingeladen. Die meisten von ihnen wollen sich mit einem Beitrag präsentieren, den sie speziell für die Biennale realisieren werden. Weiterlesen

Der Bruder des Duce

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Arnaldo oder Alessandra? (Foto R.W.)

Unsere venezianische Freundin ist sehr einfühlsam. Venezianisch spricht sie nur mit ihren Angehörigen. Mit uns spricht sie das gepflegteste Italienisch und wird nicht müde, unsere Aussprache zu korrigieren und uns durch das grammatische Gestrüpp der Konjugationen zu lotsen. Weiterlesen

Peinlichpeinlich

Wer die gerade eröffnete 12. Architekturbiennale in den Giardini von Venedig besucht, kann im deutschen Pavillon bewundern, was bekannten und weniger bekannten Architekten bei dem Stichwort SEHNSUCHT so einfällt: nämlich NICHTS von Bedeutung. Selbst wenn man keinen bahnbrechenden Entwurf erwartet – es muss ja nicht gleich der homo vitruvianus von Leonardo sein  –  , etwas mehr hätte man sich schon gewünscht, als die paar Striche, die da zu Papier gebracht wurden. Weiterlesen

Anachronismen, wohin man sieht

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Mit Muskelkraft gegen Motorkraft (Foto R.W.)

Anatoll Frustwächter und Pantalone stehen auf der Terrasse vor dem Palazzo, der die Verwaltung der Biennale beherbergt, und sehen den Gondolieri zu, die ihre Gäste durch den Canal Grande rudern. Weiterlesen

Eine botanische Frage

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Genießbar? Giftig? Lebendig! (Foto R.W.)

Wenn man sich in diesen Tagen in den eingezäunten Bezirk der Giardini verirrt, wo die Pavillons der Nationen der nächsten Biennale-Ausstellung entgegendämmern, sind Begegnungen mit der Kunst nicht zu erwarten. Dafür macht man andere Entdeckungen. Die Platanen zum Beispiel, die mächtig in den Himmel ragen. Sie sind sicher so alt wie die erste Ausstellung an diesem Ort und haben die Architektur längst überragt. Weiterlesen

Ach wüßtest du, wie´s Fischlein ist…

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Im engen Glas auf den Gewinner wartend (Foto R.W.)

Man soll nicht glauben, dass Venedigs kulturelle Vielfalt sich ausschließlich auf den Höhen von Biennale und Fenice bewegt. Gelegentlich gönnt sich die Stadt ein Auszeit und läßt die Freunde des Schießbuden-Rummels auf ihre Kosten kommen. Wer da die Nase rümpft… Weiterlesen

Nekrose oder Symbiose?

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Zwei lebende Wegweiser für Besucher des Arsenale (Foto R.W.)

Oje! Venedig geht unter. Das weiß man schon lange und lebt damit recht gut. Doch diesmal sind es nicht die üblichen Verdächtigen, sondern – na, wer wohl? – die Touristen, die Venedig Jahr für Jahr in größeren Wellen heimsuchen. 22 Millionen, so steht es jetzt in der “Zeit”, der Corriere della Sera weiß nur von 18 Millionen, die aus allen Weltregionen heranschwappen und die Einheimischen regelrecht fortspülen. Im Oktober wurden nur noch 59 984 “Residenti” gezählt (Stichtag 21.10.09). Weiterlesen

Unser Joker heißt da Vinci

Die Zeichnung da Vincis wird jetzt für kurze Zeit dem Publikum zugänglich gemacht

Die Zeichnung da Vincis wird jetzt für kurze Zeit dem Publikum zugänglich gemacht

Große Freude bei den Organisatoren von Kunstereignissen in Venedig. Die Biennale hat Zulauf wie noch nie. Besucherrekord in der Punta della Dogana und im Palazzo Grassi, wo der französische Großindustrielle Pinault seine Kunstsammlung präsentiert. Nur in den traditionellen Kunststätten spürt man eine Flaute. Im Dogenpalast und in der Accademia delle belle arti sind die Besucherzahlen rückläufig. Weiterlesen