Vielleicht der verlassenste Ort Venedigs

Gleich hinter der Porta dei Pensieri (Foto R.W.)

Gleich hinter der Porta dei Pensieri (Foto R.W.)

So friedlich ist das Fleckchen Erde hinter den hohen Mauern des Arsenale, wo in Zeiten der Serenissima die stolze Kriegsflotte der Republik Venedig gebaut und zu Wasser gelassen wurde. Die beiden Türme an der Ausfahrt erinnern noch an diese Zeit. Heute kommt man ohne Kontrolle und eher aus Versehen an diesen versteckten Platz, wenn man sich am Ende der Salizada Streta über die Brücke und durch die Porta dei Pensieri getraut hat. Dieser Durchbruch in der Arsenal-Mauer wurde vor einigen Jahren geschaffen, um während der Biennale die Besucherströme nach ihrem ausgedehnten Spaziergang durch die weitläufigen Ausstellungshallen wieder ins Freie zu entlassen. Nun ist er also auch in der umgekehrten Richtung begehbar: als Zugang zu einer gepflegten und baumbestandenen Grünfläche mit gekiesten Wegen, wo man selbtverloren ein Venedig erlebt, das sich da ganz still und ohne Hektik behauptet.

Olle Kamellen

Ein gestürzter Engel? (Foto R.W.)

Ein gestürzter Engel? (Foto R.W.)

Alle Jahre wieder treiben die Touristen während der tollen Tage es besonders toll. Auch in Venedig drängten sich auf dem Markusplatz wieder Tausende, um zu erleben, wie da vom Glockenturm ein Engel am Drahtseil auf die vorbereitete Tribüne des Platzes herniederschwebte: ein Höhepunkt, den kein Besucher verpassen will, der wegen des Karnevals nach Venedig gekommen ist.

Alles wie gehabt. Oder doch nicht? Weiterlesen

Aus sicherer Distanz

 

Raser und Flüsterboote

Mit Hybridmotor in Canal Grande ungterwegs (Foto R.W.)

Mit Hybridmotor im Canal Grande unterwegs (Foto R.W.)

Im Laufe eines Jahres hat die Verkehrspolizei in Venedig an die 2000 Raser erwischt, die auf dem Canal Grande und vor der historischen Kulisse von San Marco die Wellen haben höher schlagen lassen. Eines von den Booten, das sich seit einigen Monaten in dem Verkehrsgetümmel unter der Rialtobrücke behaupten muss, ist mit Sicherheit nicht dabei. Weiterlesen

Was hat Schopenhauer in Venedig getrieben?

Dichterlesung im Studienzentrum (Foto R.W.)

Dichterlesung im Studienzentrum (Foto R.W.)

Der „Atlante Storico di Venezia“ ist ein sehr dickes Buch. In diesem Buch, das zur Geschichte Venedigs von den Anfängen bis heute immer etwas Bemerkenswertes zu erzählen weiß, findet man so gut wie alle deutschen Dichter und Denker erwähnt, die sich in dieser Stadt aufgehalten haben. Nur Arthur Schopenhauer kommt darin nicht vor, obwohl er Venedig im Jahre 1818 besuchte und sogar ein Empfehlungsschreiben Goethes an Lord Byron bei sich hatte, der zu dieser Zeit so etwas wie ein Star der venezianischen Gesellschaft war. Für Schopenhauer offensichtlich ein Grund mehr, von dem Empfehlungsschreiben keinen Gebrauch zu machen. Weiterlesen

Cane? Dann doch lieber Caine!

 

Der Komponist sitzt am Flügel (Foto R.W.)

Der Komponist sitzt am Flügel (Foto R.W.)

Jan und Uri Caine in Venedig  (Foto R.W.)

Jan und Uri Caine in Venedig (Foto R.W.)

Auf den Konzertkarten war zu lesen „Euroamerica: Uri Cane Urlicht-Primal Light. Zu unserer Erleichterung war es dann doch Uri Caine (!), den wir im Vortragssaal der Stiftung Emilio Vedova mit seinem Ensemble zu sehen und zu hören bekamen. Der gleiche also, den wir das erste Mal im Sommer 2003 während der Musik-Biennale im Arsenale von Venedig erlebt hatten. Er hatte uns damals so beeindruckt, dass wir daraufhin die CD von Winter&Winter mit der Aufnahme von Urlicht kauften, in der Uri Caine mit einem recht großen Orchester und viel technischem Aufwand eine Jazz-Version mit Stücken aus Mahler-Sinfonien präsentierte. Weiterlesen

Dies ist eine Erfolgsgeschichte

Jeden Abend Botschaftsdinner (Foto R.W.)

Jeden Abend Botschaftsdinner  mit Gästen (Foto R.W.)

Performing Architecture. Was kann damit gemeint sein? Da hilft die gedankliche Verknüpfung mit der diesjährigen Architektur-Biennale in Venedig, wo es im deutschen Pavillon heißt: Making Heimat. Germany, Arrival Country. Nach Lage der Dinge darf man dies eher als wünschenswerte Utopie verstehen und weniger als Realität. Oder doch nicht? Weiterlesen

Ganz schön ausgekocht

Der Küchenchef aus Eisenhüttenstadt erklärt seinen Gästen, was ihnen da vorgesetzt wird (Foto Petra Schaefer, dszv.it)

Der Küchenchef aus Eisenhüttenstadt erklärt seinen Gästen, was ihnen da vorgesetzt wird (Foto P Schaefer, dszv.it)

Die Einladung des Deutschen Studienzentrums in Venedig hatte es in sich und lockte ungewöhnlich viele Besucher in den Vortragssaal am Canal Grande. Dabei war es wohl weniger das Thema des Vortrags, das für einen vollen Saal sorgte, sondern auch der Nachsatz in der Einladung, in der „venezianische und brandenburgische Cichetti“ angekündigt wurden. Die Gäste kammen in doppelter Hinsicht auf ihre Kosten. In dem Vortrag, den der Direktor des Studienzentrums, Romedio Schmitz-Esser, in italienischer Sprache hielt, ging es unter anderem darum, dass der Kaiser Barbarossa, der während des dritten Kreuzzugs unterwegs nach Jerusalem ums Leben kam, würdig bestattet werden sollte und zu diesem Zweck vom seinem Koch zerlegt und gekocht wurde, so dass schließlich nur die Gebeine für eine ehrenvolle Bestattung übrig blieben. Weiterlesen

Viel Zulauf beim Marathonlauf in Venedig

Viel Platz zum Verschnaufen (Foto R.W.)

Viel Platz zum Verschnaufen (Foto R.W.)

Wenn Segler und Ruderer vor den Kulissen von Venedig ihren Spaß haben oder sich ins Zeug legen, um mehr oder weniger bedeutende Trophäen zu ergattern, spielt sich das ganze Geschehen unter den Augen der Venezianer ab. Bei Marathonläufern ist das anders. Die starten weit draußen auf dem Festland und laufen den größten Teil der vorgeschriebenen Strecke fern von Venedig, bis sie endlich die Lagune erreichen, wo sie über allerlei Brücken – wer hat sie gezählt? – und Rampen rumpeln und dabei den kürzesten Abschnitt der Gesamtstrecke vielleicht als den längsten erleben, bis sie schließlich in Castello kurz vor den Giardini ihr Ziel erreichen. Da allerdings werden sie gebührend bejubelt und gefeiert. Weiterlesen