Sie dürfen sich beobachtet fühlen!

Eine Begegnung mit Menschen aus Havanna (Foto R.W.)

 Menschen aus Havanna, gestrandet in Venedig ? (Foto R.W.)

Hier haben Anatoll Frustwächter und Panalone das Wort und klären uns auf.

Sagt dir der Name Pistoletto was?

Ja, schon. Warum?

Ihm wurde anläßlich der diesjährigen Kunstbiennale eine Ausstellug gewidmet. Nicht im offiziellen Programm, sondern in einer Kirche. Mit dem rätselhaften Titel „One and One makes Three“. Da ist doch wohl die Trinität gemeint? Weiterlesen

Ein ungemachtes Bett

Vor der Arsenale-Mauer  (Foto R.W.)

Vor der Arsenale-Mauer (Foto R.W.)

Die Vermietung von Unterkünften in Venedig über Airbnb und andere Online-Vermittlungs-Portale hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Es ist von über 27 000 Betten die Rede, an denen auch die Stadtverwaltung je Übernachtung 2 Euro verdient.Für den Schlafplatz auf der Schwelle zum Arsenale wurde unseres Wissens noch keine Gebühr erhoben.

 

Venezianische Bürger proben den Aufstand

Das sind Venezianer, nicht Touristen (Foto R.W.)

Das sind Venezianer, nicht Touristen (Fotos R.W.)

Mehr als 2000 Menschen unterschiedlichen Alters haben sich an einem heißen Sonntag im Juli vor den Löwen am Haupteingang des Arsenals von Venedig versammelt und sind mit Fahnen und Transparenten bis zum Reiterstandbild in der Nähe des Markusplatzes gezogen, um gegen das unzureichende Wohnraumangebot für Venezianer zu protestieren. Auch wir sind ein gutes Stück in dieser friedlich demonstrierenden Menschenmenge mitgelaufen, obwohl wir keine richtigen Venezianer sind. Weiterlesen

Deutsches KünstlerQuartett bespielt Cá Rezzonico

Vlnr: Heike Gallmeier, Johanna von Monkiewitsch, Petra Schaefer, Inga Kerber, Klaus Kleine (Foto R.W.)

Vlnr: Heike Gallmeier, Johanna von Monkiewitsch, Petra Schaefer, Inga Kerber, Klaus Kleine (Foto R.W.)

Das war ein aufregender Tag für das KünstlerQuartett, das sich im Deutschen Studienzentrum am Canal Grande zusammengefunden hat und nun auf diesem Foto mit der Kuratorin Petra Schaefer (in der Mitte) zu sehen ist, die hauptamtlich immer noch Assistentin der Direktion ist. Dabei war an diesem Abend, an dem die vier sich den Besuchern im Palazzo Barbarigo della Terrazza präsentierten, noch nicht der Höhepunkt der Aufregung erreicht, der erst am Tag darauf im Palazzo Cá Rezzonico einige hundert Meter weiter abwärts am Canal Grande zu erwarten war. Weiterlesen

(Ver)Lockendes Wasser

Polso dell´acqua von Tom Parish

Polso dell´acqua von Tom Parish (Ausschnitt), Bild unten der Künstler vor einem seiner Bilder

Im Klosterhof der Kirche der Madonna dell´Orto im nördlichen Teil Venedigs bekommt man zur Zeit Bilder des amerikanischen Malers Tom Parish zu sehen, der sich immer wieder von dem Licht auf den Kanälen der Lagune hat bezaubern lassen und nun mit der Ausstellung „Il polso dell´acqua“ so etwas wie seine Liebeserklärung an die Stadt abgibt. 12 großformatige Bilder zum Thema Wasser, von denen acht hier zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Weiterlesen

NOFEHKNIUHSPLIEHS!

pantalone-und-anatoll

Von Anatoll Frustwächter gibt es nur dieses Bild und kein anderes. Als Umriss aus dem verfallenden Mauerwerk Venedigs herausgelöst, wo er nun als Begleiter Pantalones (oder dessen Doppelgänger?) sein unbeschwertes und scheinhaftes Dasein fristet. Mit wahrhaftigen Flunkereien aus der Lagunenstadt und lobenden wie kritischen Urteilen über dieses und jenes.

In diesen Wochen ist er unterwegs, um die Kunst auf sich wirken zu lassen, der man während der Biennale auf Schritt und Tritt begegnet, so dass man ihr kaum ausweichen kann. Seine jahrelange Erfahrung vor Ort und die Lektüre von Kuratoren-Statements haben ihn bewogen, es bei radikal subjektiven Urteilen und Vorurteilen zu belassen. Ganz nach dem Motto: Alle Kunst ist nur so gut wie das, was mir als Betrachter dazu einfällt.Nur manchmal ist sie auch besser. Weiterlesen

Kunstbetrieb und Kunsterlebnis

Paper Tree, Steine und Pozellan von Lee, 1970 (Foto R.W.)

Paper Tree, Steine und Pozellan von Lee, 1970 (Foto R.W.)

Wenn man, von San Marco kommend, zur Biennale in den Giardini unterwegs ist, passiert man den Palazzo Caboto, der wie mit einem Schiffsbug in die Via Garibaldi ragt . Dort weist ein eher unauffälliges Schild auf eine Ausstellung hin, die einige Tage vor der Eröffnung der 57. Kunstbiennale, nämlich am 8. Mai begann und am 28. Juni wieder schließt. Eine von etlichen Dutzend Veranstaltungen, die von der Sogwirkung der Biennale profitieren wollen. Weiterlesen

Eine kleine Geschichte von Geld- und Schuldscheinen

Diese Automaten werden gegen neue ausgetauscht ( Foto RW)

Fahrschein gefällig (Foto R.W.)

Man muss schon recht gut zu Fuß sein, um Venedig genießen zu können. Zum Glück gibt es die öffentlichen Verkehrsmittel, die hier Vaporetti heißen, obwohl sie mit Vapore schon lange nichts mehr zu tun haben, sondern auf den Treibstoff Diesel angewiesen sind. Inzwischen ist sogar ein Hybridfahrzeug auf dem Canal Grande mit Strom unterwegs und wird außerhalb des Stadtgebietes auf dem Weg zum Flughafen auf Dieselbetrieb umgestellt. So sieht hier der Fortschritt aus. Weiterlesen

Stadt mit vielfältigem Gefahrenpotential

Die restaurierte Rialto-Brücke, im Hintegrund die Terrasse des neuen Luxuskaufhauses DFS

Die restaurierte Rialto-Brücke, im Hintegrund die Terrasse des neuen Luxuskaufhauses DFS (Foto R.W.)

Die Rialto-Brücke, 1591 als erste und lange Zeit einzige Überquerung über den Canal Grande erbaut, mußte im zurückliegenden Jahr aufwendig restauriert werden und ist nun seit einigen Monaten wieder ungehindert passierbar. Für Venezianer und Millionen Touristen, aber auch für Terroristen, die hier, wie jetzt berichtet, wohl einen Selbstmordanschlag verüben wollten, dem die italienische Polizei aber zuvorgekommen ist. Weiterlesen

Ein Triptychon aus unseren Tagen

St. Cloud is everywhere (Foto R.W.)

St. Cloud is everywhere (Foto R.W.)

Während wir im Dogenpalast noch die frommen Bilder vergangener Jahrunderte bewundern können – unter anderem das restaurierte Triptychon von Hieronymus Bosch, das die Heilige Julia von Korsika und Schutzheilige der italienischen Stadt Brescia zeigt – , gibt es bei diesem Triptychon im öffentlchen Raum nichts zu restaurieren und noch weniger zu bewundern. Auch mit der Zuschreibung eines/einer Heiligen dürfte man sich schwertun. Am ehesten könnte man sich eine Beziehung zu einem Sankt Cloud vorstellen, der da hinter den unansehnlichen Kästen für weltweit gute Kommunikation und eine profitable Verwendung unserer digitalen Absonderungen zuständig ist. So ändern sich mit der Zeit auch die Heiligenbilder, die uns etwas bedeuten. Nur finden sie nicht immer die ehrfurchtsvolle Wertschätzung, die man den Werken alter Meister entgegenbringt.