Was man so liest

Das digitale Fernsehen ist überall im Vormarsch. Nach und nach wird es in Italien flächendeckend eingeführt. Der Umstellungstermin für Venedig ist der 3. Dezember. Amtlich. Dann kann man auch in der Lagunenstadt die Segnungen der digitalen Bilder genießen. Die Qualität der Programme bleibt davon unberührt. Leider.

Als Weintrinker nehmen die Italiener einen Spitzenplatz ein. Statistiker haben einen jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 54 Litern errechnet. Oder sollte man besser von Pro-Leber-Konsum sprechen? Nur im Vatikan wird noch mehr Wein getrunken: 67 Liter pro Jahr und Leber. Und die Venezianer? Es werden zwar keine konkreten Zahlen genannt, aber man kann davon ausgehen, dass sie den Durchschnittswert nicht nach unten ziehen. Obwohl es einschlägige Versuche gibt. In Castello an der Fondamenta della Tana gegegenüber der hohen Mauer des Arsenals haben die Anonymen Alkoholiker einen Treffpunkt eingerichtet. Kein weiter Weg von den Bars auf der Via Garibaldi.

Die Veranstalter der Architektur-Biennale verkünden stolz einen Besucherrekord. 100 000. Dabei ist die Ausstellung noch nicht zu Ende. Die Kritik der etablierten Star-Architekten blieb wohl ungehört.

Für Venezianer hat die Zeit der Gummistiefel begonnen. Es gibt wieder häufiger Hochwasser auf S. Marco und drumherum. Und das ersehnte Abwehrsystem, das die unerwünschten Wassermassen vor der Lagune aufhalten soll, läßt auf sich warten.