So fröhlich, so trotzig, so zuversichtlich

Bei vielen Menschen gehört die Mundschutzmaske zur Dienstkleidung (Foto R.W.)

Fundraising, das kennt man ja. Aber Foodraising? Das konnte man Ende Juli am Rio della Misericordia im Sestiere von Cannaregio erleben, wo die Uferpromenade auf mehreren Kilometern als „Fondamenta Bianca“ heausgeputzt war.

Was war da los? An einem schönen Sommerabend versammelten sich hier viele jüngere Menschen und nicht ganz so viele im fortgschrittenen Alter, die überwiegend weiß gekleidet waren. Sie alle waren offensichtlich guter Dinge und hatten auch allen Grund dazu. Es ging um die Gruppe der Menschen, die in ihrer weißen „Dienstkleidung“ während der vergangenen Monate vielen kranken Menschen beigestanden hatten. Dafür sollten sie mit dem ihnen gebührenden Dank gefeiert werden. Die Ärzte, die Krankenschwestern, die Pfleger, die vielen Freiwilligen und alle anderen, die im Bereich der medizinischen Versorgung ihr Bestes gegeben hatten, sie sollten an diesem Abend ihre Bühne bekommen und sich feiern lassen.

Eine nicht profitorientierte Organisation mit dem Akronym AVAPO (Assoziazione Volontari Assistenza Pazienti Oncologici) hat diese Veranstaltung mit dem schönen Begriff  Food- raising trotz Bedenken (wegen Covid 19) vorbereitet und durchgezogen. Über zwanzig Mitwirkende waren gewonnen worden, die für das Bankett und die Getränke sorgten: die Restaurants und Osterien, die sich wie an einer Perlenschnur von der Fondamenta Misericordia weiter über den Abschnit Ormesini bis hin zu den Capuzine verteilten. Soviel Zuspruch nach so vielen entbehrungsreichen Wochen tat ihnen sichtlich gut. Und auf dem Rio selbst gab es zum Schmausen auch die Tafelmusik, mal jazzig mal klassisch. Unter anderem beteiligten sich an der Wassermusik wieder einige Musiker des Conservatoriums B. Marcello, die auch schon in den vergangenen Monaten bei den Schwerkranken aufgetreten waren.

Die Organisation Avapo Onlus existiert seit 1988 und hat in diesem Jahr bereits zum fünften Mal mit der öffentlich zum Ausdruck gebrachten Solidarität eine Bühne für die vielen Menschen geschaffen, deren Wirken den meisten von uns verborgen bleibt. Avapo organisiert die Einsätze von Freiwillingen in Venedig und darüber hinaus im Veneto von ihrem Dienstsitz im Ospedale von Venedig aus. Insgesamt gehören um die 25 000 Freiwillige zur Organisation, die inzwischen auch mit Mitteln rechnen kann, die der amtierende Bürgermeister Brugnari in eine Stiftung eingebracht hat. Bei den Mitteln handelt es sich um die fünf Jahresgehälter, auf die Brugnari verzichtet hat und die nun wohltätigen Zwecken zugute kommen sollen.Schmausen unter weißen Luftballons auf der Fondamenta Bianca (Foto R.W.)