In Venedig ist doch immer was los

Werden wir diesen Anblick in Zukunft vermissen? Wohl kaum (Foto R.W.)

Nur noch wenige Tage, dann schreiben wir das Jahr 2020, zumindest in unserer Zeitrechnung. Und wenn es bei dieser Zeitrechnung bleibt, erleben wir einige Monate später so etwas wie das Wunder von Venedig: Die Kreuzfahrtschiffe werden im April nächsten Jahres nicht mehr durch den Giudecca-Kanal kommen. So darf man die amtierende Ministerin für Transport und Infrastruktur von der amtierenden Regierung in Rom verstehen. Signora De Micheli, wir werden Sie beim Wort nehmen, es sei denn, die amtierende Regierung löst sich vor diesem Datum auf. Damit ist fast eher zu rechnen als mit der Einlösung des Versprechens. Soweit die Nachricht, die man je nach Einstellung als gut oder als weniger gut verstehen wird. Wer seine Hoffnung noch nicht ganz verloren hat, darf sich über ein Zeitfenster von vier Monaten freuen.

Anders sieht es in der Umgebung der Prokuratien aus, wo die Arbeiten in den Giardini Reali nach fünfjähriger Dauer zu einem Ende gekommen sind. Eine mehr als 5000 Quadratmeter große Gartenanlage ist endlich wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Da kann man sich nun fühlen wie einst die Monarchen aus Wien. Die Anlage verdankt ihre Entstehung dem österreichischen Kaiser Franz Josef. Heute sind es normal Sterbliche wie du und ich, die sich hier aufhalten und die gelungene Wiederherstellung der historischen Anlage bewundern können.

Und wenn wir schon bei den guten Nachrichten sind: Von den 22 Anlegestellen für die Wasserbusse, die bei dem Extrem-Hochwasser im November zu Schaden kamen, sollen 20 zum Jahresende wieder so hergerichtet sein, dass die Fahrgäste dort wie gewohnt ein- und aussteigen können. Nur bei der Haltestelle direkt vor dem Dogenpalast wird es noch etwas dauern. Bis dahin müssen die Fahrgäste in Richtung Arsenale die Behelfseinrichtung benutzen.

Einige Monate weiter zurück liegt das Ereignis, bei dem eine Kaimauer am Giudecca-Kanal und ein dort liegender Flusskreuzer zu Schaden kamen. Das Kreuzfahrtschiff MSC OPERA spielte bei der Ausfahrt aus dem Hafenbecken verrückt und rammte Kaimauer und Flusskreuzer. Das Ereignis vom 2. Juni 2019 geht nun in die Annalen als Havarie ein und kostet die Reederei eine Menge Geld. Die Hafenbehörde hat für den angerichteten Schaden eine Rechnung über 2,3 Millionen Euro präsentiert, für die Wiederherstellung des Flusskreuzers will der Betreiber 3 Millionen Euro. Fehlt nur noch, dass nun auch alle Kreuzfahrtschiffe, die nach diesem 2. Juni mit drei Lotsenbooten durch den Giudecca-Kanal geleitet werden müssen, auf die Idee kommen, von den Betreibern der MSC Opera die Erstattung der Mehrkosten (für das dritte Lotsenboot) zu verlangen.