Il popolo di Greta sbarca al Lido *)

Klima-Aktivisten auf Lido (Foto R.W.)

Während auf Lido Filmstars und Fotografen sich ein Stelldichein gaben und gespannt darauf warteten, wer diesmal die Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig nach Hause tragen durfte, hatten sich einige hundert Meter weiter südlich junge Menschen aus verschiedenen Ländern Europas in einem sogenannten Venice Climate Camp versammelt, um die Mitmenschen daran zu erinnern, dass sie der Erderhitzung nicht tatenlos zusehen wollen. Die Filmschaffenden logierten in Luxushotels, die Klimaaktivisten in provisorischen Zelten, aber beide Gruppen hatten an diesem Wochenende das gleiche Ziel: den roten Teppich vor dem Palazzo del Cinema.

Kein Wunder, dass die Ordnungsbehörden nervös reagierten und mit einen großen Polizeiaufgebot präsent waren. Doch es blieb alles friedlich und geordnet. Die Aktivisten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, angefangen bei der Organisation No Grandi Navi bis hin zur Gruppe Ende Gelände aus Deutschland oder Extinction Rebellion, No TAV, Reclaim the Power, versammelten sich mit ihren Fahnen und Transparenten auf der Lagunenseite von Lido und trafen sich mit den Aktivisten, die schon einige Tage vorher aus verschiedenen Ländern angereist waren, und siehe da, es gab keine Zwischenfälle, sondern Zustimmung auf Seiten von Schauspielern und Filmschaffenden, die den roten Teppich gern mit ihnen teilen wollten. So symbiotisch kann es zugehen auf den Filmfestspielen, die als die ältesten der Filmbranche gelten.

*) So titelte der Corriere della Sera in der Lokalausgabe vom 7. September und nannte die Zahl von dreitausend Aktivisten