Ist das schon Willkommenskultur?

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http://johanstellerphotography.com Erkennt man in einer dieser Figuren den derzeitigen Bürgermeister Venedigs?

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go to site follow url Da ist er wieder, der monologische Dialog zwischen Pantalone und seinem Alter Ego Anatoll Frustwächter

http://johanstellerphotography.com Der amtierende Bürgermeister von Venedig hört auf uns, endlich.

diaper boy man rod hookup Wirklich? Wir sind doch nur Phantasiegestalten.

Und das passt prima, denn sein Plan ist ebenfalls phantastisch Ganz so, als hätte er mitbekommen, was wir da vor mehr als drei Jahren zur Bürgermeister-Wahl zusammengesponnen haben.

Lass hören!

Ich lese dir mal vor, was da unter dem Datum vom 6. März 2015 geschrieben steht, als wir uns erlaubt haben, die Pläne des Herrn Brugnaro vorwegzunehmen, mit denen er nun während der letzten Wochen des abgelaufenen Jahres Schlagzeilen in den italienischen Medien gemacht hat: „Erlöse uns von den Touristen. Ich habe gehört, dass viele von euch diesen Satz in ihr tägliches Gebet aufnehmen, ganz so, als wäre unsere Stadt von der Pest heimgesucht. Das Beten hat damals nicht geholfen, und es hilft heute noch weniger. Dem Tourismus müssen wir anders begegnen. Positiv! Besucher sind uns willkommen, weil sie zum Wohlergehen der Stadt, zu unserem Wohlergehen beitragen können…“ So steht es im Beitrag Eine Cloud zur Rettung Venedigs.

Das hat der heutige Bürgermeister schon damals gesagt, wortwörtlich oder wenigstens inhaltlich?

Ich werde mich hüten, das zu bestätigen. Immerhin spricht heute manches dafür, dass man beginnt, die Flut der Touristen als Segen zu verstehen -wie einen Fluß, den man dazu bringt, bei der Energieerzeugung mitzuspielen. Damit ist klargestellt, dass es nicht um eine Beschränkung der Besucherzahl geht. Alle sollen kommen, aber säuberlich getrennt nach Interessen und Spendabilität. Keine Kontingentierung, dafür Diskriminierung.

Und das soll nun Wirklichkeit werden?

So sieht es aus. Man will Tagestouristen, die per Schiff oder Bahn nach Venedig kommen, nur noch mit einem Besucherticket hereinlassen.

Das ist ja fast wie ein Besuch im Zoo. Fehlt nur noch, dass man auch Schilder aufstellt „Nicht füttern!“.

So weit ist es ja noch nicht.

Mit den Schildern?

Auch mit der Organisation des Ticketverkaufs. Die Reedereien der Kreuzfahrtschiffe, die Betreiber der Boote, die die Feriengäste von den Badeorten ringsum nach Venedig schaffen, und die Bahn, sie alle wissen noch nichts von ihrem Glück. Zumindest nicht offiziell. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis das Vorhaben Geld in die Haushaltskassen Venedigs schwemmen wird. Angeblich sollen von der Regierung in Rom schon seit längerem zehn Millionen Euro für die Entwicklung einer derartigen Einrichtung zugesagt worden sein.

Wieviel soll das Unternehmen denn einbringen, wenn es mal eingerichtet ist?

Eine beachtliche Menge. Selbst bei dem niedrigsten Preis für das Besucherticket – das sollen 2,50 € sein – rechnet man wohl mit Einnahmen in der Größenordnung von 50 Millionen €. In der Hochsaison sollen dann auch  Eintrittspreise bis zu zehn Euro verlangt werden, als Steuerungsinstrument.

Sag doch gleich Teuerungs-Instrument.

Egal wie, man geht bei der Berechnung wohl von den berühmt-berüchtigten zwanzig Millionen Menschen aus, die Venedig Jahr für Jahr heimsuchen und ihren Müll zurücklassen, ohne einen Cent dazulassen.

Dann hätten wir doch endlich eine belastbare Zahl.

Vorerst will man den Preis kleinreden. Man spricht von einem Obolus, der als Beitrag für die Müllentsorgung und die Reinhaltung der Stadt zu verstehen sei.

Vorsicht, Vorsicht. Den Obolus bekam der Fährmann, der die Toten in den Hades beförderte. Venedig mit dem Hades zu vergleichen ist doch wohl etwas krass, oder?

Wenn´s Geld bringt, ist alles recht. Jedenfalls ist es nun beschlossene Sache, dass man Tagestouristen, egal wie sie es schaffen, nach Venedig zu kommen, an den Kosten der Stadt beteiligen will.

Wie aussichtsreich ist das?

Wie gesagt, man ist auf die Beteiligung der Transportunternehmen und Reedereien angewiesen, die sich wohl noch nicht geäußert haben.

Dafür aber sind die lokalen Parteien wach geworden und verlangen, an der Planung beteilgt zu werden. Sie fordern einen runden Tisch und zeigen sich besorgt, dass womöglich auch die Bewohner der umliegenden Gemeinden zur Kasse gebeten werden könnten, die ja im Veneto lebten und damit wie Venezianer zu behandeln seien.

Wenn sie keinen Müll zurücklassen, gerne.

Wer wird das kontrollieren?

Eben.

Da lobe ich mir den Besitzer von Harry´s Bar, Arrigo Cipriani, der das ganze als nutzlose Räuberei bezeichnet, die an der Situation des Massentourismus nichts ändern werde.

Dieser Mann unterschätzt die Möglichkeiten, die man in Verbindung mit dem Zugangsticket zur Lenkung der Touristenströme nutzen kann. Wir sollten auf alles gefasst sein.

Einiges davon steht ja schon in dem Beitrag „Eine Cloud zur Rettung Venedigs“.