Was man zu sehen bekommt und was nicht

click here Ein unbekannter Turner in der Biblioteca Marciana von Venedig? (Foto R.W.)

sex during class Dieses Bild von Turner hat die Welt bisher noch nicht zu sehen bekommen. Dabei ist es entstanden, um auf die Evolutionstheorie von Charles Darwin hinzuweisen, und zwar auf den entscheidenden Moment, der zur Entstehung dieser Theorie beigetragen hat – : also wohl den Tag, als das Forschungsschiff HMS Beagle mit Charles Darwin an Bord seine Reise begann – 27. Dezember 1831 in Devonport, oder doch lieber den Tag, als das Schiff nach fast fünf Jahren auf den Weltmeeren unterwegs  am 2. Oktober 1836 endlich den Hafen Falmouth erreichte?

follow Das Dumme daran ist nur, dass Turner, ein Zeitgenosse Darwins, weder im Dezember 1831 in Devonport war, noch im Oktober 1836 diesen entscheidenen Moment miterlebte und auch in den Jahren danach keine Anstalten machte, ihn in einem Bild für die Nachwelt festzuhalten. Das hat nun jemand nachgeholt, der für die Ausstellung KAIROS, die zur Zeit in Venedig zu sehen ist, dieses Ereignis und 27 weitere aus der Geschichte der Menschheit ins Bild setzte. Zum Beispiel Luthers Begegnung mit der Heiligen Anna, das Massaker von Haiti, die Rolle der Loreley als Grenzwächterin und andere.

Die Idee zu dieser Ausstellung und dem Titel http://findlawyersca.com/punjabi-desi-porn-video Kairos – Der entscheidende Moment – gründet sich auf einer ziemlich eigenwilligen Wahrnehmung der Initiatoren, dass es doch so viele Ereignisse in der Geschiche der Menschheit gibt, die von den Künstlern, die zu jener Zeit lebten, nicht genügend gewürdigt wurden, so dass uns Nachgeborenen nun die Bilder fehlen, die damals hätten entstehen können. Nun also gibt es Abhilfe in einer Sammlung von Werken, die mit Verspätung, aber im Stil und im Geist der Künstler jener vergangenen Zeiten einige Ereignisse mit Kairos-Potenzial bebildern. Dazu gehört auch der Turner, der keiner ist und deshalb nicht auf 1840 zu datieren ist, sondern auf 2018.

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Wie es in der Pressemitteilung zur Ausstellung heißt, hat der Künstler Wolfgang Beltracchi, „berühmt für sein Einfühlungsvermögen in das Schaffen und die Werke der großen Künstler der Vergangenheit“, insgesamt 28 Bilder beigesteuert, darunter neben Turner auch Max Ernst, Monet, Botticelli, Cranach, Caravaggio, Goya, Max Beckmann uvm. Mit diesen Bildern, die überwiegend in den Jahren 2017 und 2018 entstanden sind, werden einige Jahrhunderte Kunstgeschichte überspannt. Wer´s mag, dürfte seinen Spaß daran haben.

Parallel zu den nachgeholten Bildern geschichtlicher Ereignisse vermittelt die Ausstellung auch, was wir alles nicht zu sehen bekommen, weil es zwar da ist, aber nicht gezeigt wird. Der Fotograf Mauro Fiorese (1970 – 2016) hatte die Erlaubnis, in den Magazinen großer Museen Aufnahmen zu machen. Da bekommen wir Einblicke in die Schatzkammern der bildenden Kunst, aber die dort aufbewahrten Schätze bleiben für die meisten unsichtbar. Wie es in der Pressemitteilung zur Ausstellung heißt, zeigen die großen Museum nur ein Zehntel dessen, was sich bei ihnen angesammelt hat.

Lassen wir offen, wieviele Erlebnisse mit Kairos-Potenzial sich da noch wecken ließen. Und verkneifen wir uns den Gedanken, wann auch Beltracchis Bilder in diesen Schatzkammern landen werden und dann kein Zeugnis mehr ablegen werden von dem, was so alles in der Geschichte der Menschheit passiert ist. Noch ist es nicht soweit. Die Ausstellug in Venedig geht Anfang November zu Ende und wird einige Wochen später in Hamburg für deutsches Publikum zugänglich sein: 20.11. bis 19.12. Für das nächste Jahr sind bereits weitere Eröffnungen geplant. Für Wien liegt der Termin schon fest (4.9. bis 21.9 2019).