Willkommenskultur? Wohl kaum!

 

So zeigt man es denen da oben (Fotos R.W.)

An diesem letzten Wochenende im September 2018 sind im Passagierhafen von Venedig vierzehn Kreuzfahrtschiffe amgekommen und haben ihren Beitrag zur Umweltbelastung, zur Luftverschmutzung und zur Beschädigung der Uferbefestigungen geleistet, um nur einige der unerwünschten Nebenwirkungen des Kreuzfahrt-Tourismus für die Lagunenstadt zu benennen. Ihr Beitrag zu einem ausgewogenen Verhältnis von Ökologie und Ökonomie ist seit Jahren umstritten und scheint die Regierung in Rom zu überfordern.

Zur gleichen Zeit tummelten sich am Giudecca-Kanal, den die Kreuzfahrtschiffe bei der Ein- und Ausreise passieren müssen, einige hundert Demonstranten und im Kanal noch einige Dutzend Boote, in denen Menschen saßen und Fahnen schwenkten. Zur Begrüßung der Kreuzfahrtschiffe? Im Gegenteil. Auf den Fahnen war zu lesen: NO GRANDI NAVI.

Ohne Altersunterschiede

Damit unterstrichen die Aktivisten, die in erster Linie die Kreuzfahrtschiffe als Problem sehen , ihren Appell an die Politiker in Rom und Venedig, endlich Ernst zu machen und die Durchfahrt der großen Schiffe durch den Giudecca-Kanal zu unterbinden. Dieses Bemühen wird wohl ebenso wirkungslos bleiben wie die Aktivitäten der Vorjahre und hat inzwischen schon etwas von einem Ritual angenommen.

Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte es den Anschein, dass sich in Rom etwas bewegte. Damals habe ich zu diesem Thema geschrieben: Eher wird es so weit kommen, dass es keine Bienen mehr gibt, die bei der Bestäubung von Pflanzen mitwirken können, als dass die Probleme mit den Kreuzfahrtschiffen in Venedig gelöst sein werden. Nach allem, was man in dieser Beziehung bisher erlebt hat, ist zu befürchten, dass ich recht behalten könnte. Umso mehr ist es zu bewundern, dass viele Aktionsgruppen wieder dem Aufruf NO GRANDI NAVI gefolgt sind. Den Passagieren, die da unter blauem Himmel auf das Gewimmel im Giudecca-Kanal hinunterblickten, dürfte aufgegangen sein, wie un-willkommen sie hier sind, ob sie den Chor der Vergogna-Rufe der Aktivisten verstanden haben oder nicht. Sie dürfen sich getroffen fühlen.