Aufhören? Kommt für Gunter Demnig nicht in Frage!

Gunter Demnig im Auditorium Santa Margherita (Foto R.W.)

old and young swingers Gunter Demnig im Auditorium Santa Margherita  vor Studenten der Universität Ca Foscari in Venedig(Fotos R.W.)

source url Gunter Demnig ist ein außergewöhnlicher Künstler. Seine Kunst besteht darin, an Menschen zu erinnern, die während des Naziregimes in Vernichtungslagern umgekommen sind. Er hat dafür sogenannte Stolpersteine erfunden, auf denen die Namen und die Geburts- und Sterbedaten der Nazi-Opfer zu lesen sind. Diese pflastersteingroßen Gedenktafeln mauert er ein, wo die Menschen gelebt haben – in der Straße, vor dem Haus, wo ihnen die Freiheit und das Leben genommen wurde. An diesem Montag (22.1.18), der in der ganzen Welt als Holocaust-Gedenktag begangen wird, ist Gunter Demnig in Venedig. Das fünfte Mal schon; immer unter Mitwirkung des Deutschen Studienzentrums in Venedig.  Im Auditorium Santa Margherita der Universität Ca` Foscari erwarten ihn überwiegend junge Menschen, die selbst keine eigene Erinnerungen an die Verfolgung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma oder geistig behinderten Menschen haben. Sie sind gekommen, weil er heute für Olga Blumenthal einen Stolperstein ins Pflaster einmauern wird. Olga Blumenthal war bis zum 30. Oktober Dozentin an der Universität Ca Foscari. Auf ihrem Stein ist zu lesen:

source link go site Olga Blumenthal /geboren 1873 / festgenommen 30.10.1944/ nach Ravensbrück verschleppt / ermordet 24.2. 1945

here IMG_9013So etwa steht es auch auf den Steinen, die Gunter Demnig seit nunmehr 20 Jahren verlegt. Angefangen hat es 1990 in Köln noch ohne Stolpersteine. Da hat er von Köln-Bickenddorf, dem Stadtteil, aus dem tausend Sinti und Roma verschleppt worden waren, deren Weg bis zum Verladebahnhof Deutz mit einer weißen Lackspur nachgezeichnet. 1995 hat er die ersten Stolpersteine illegal und seit 1997 mit behördlicher Genehmigung verlegt. Inzwischen sind es über 65 000 an über tausend Orten in Deutschland und in 20 Ländern außerhalb Deutschlands. Diese mühevolle Arbeit gegen das Vergessen ist Gunter Demnigs Lebensaufgabe geworden, die ihn nicht mehr losläßt.

love games movie porn Als Künstler ist Gunter Demnig eine Ausnahmeerscheinung. Während wir heute mit Kunstformen und Kunstrichtungen in unüberschaubarer Vielfalt zu tun haben, wo Sammler und Kuratoren die entscheidenden Mitspieler sind, geht es dem Erfinder der Stolpersteine immer wieder um die eine Frage: Warum wurden von deutschen Menschen über sechs Millionen Menschen verschleppt und umgebracht? Mit jedem Stein konfrontiert er uns als Überlebende und Nachgeborene mit dieser quälenden Frage an Orten, die fernab der Vernichtungslager in Polen plötzlich zu Orten der Erinnerung werden, in die man unversehens hineinstolpert.

see url Was geschieht da eigentlich? Zuerst ist da nur ein Name in irgendeinem Archiv. Dann passiert etwas, das Reaktionen auslöst. Angehörige, aber auch Gemeinden, Geschichtsvereine und andere Organisationen machen Gebrauch von der Möglichkeit, einen Stolperstein verlegen zu lassen. Dabei muss sichergestellt sein, dass alles seine Richtigkeit hat. Name, Wohnort, Geburts- und Sterbedaten werden ermittelt und geprüft. Am Ende entsteht aus wenigen Ziffern und Buchstaben ein sichtbares Zeichen mit einer örtlichen Zuordnung. Der Leidensweg eines Menschen begann nicht irgendwo, bevor er in Treblinka, Auschwitz, Maidanek oder Soribor sein schreckliches Ende fand, er begann hier, in diesem Haus, in dieser Straße. Die Geografie des Schreckens und Leidens hat unversehens eine ganz neue Dimension und Signifikanz.

get link Das Ergebnis ist keine Monumentalkunst, sondern eine ganz neue subversive Art, uns in Situationen stolpern zu lassen, die uns das Vergessen schwer machen sollen. Die Schande und die Scham – nutzlos sie leugnen – wird mit der Zeit ihre Qualität ändern, aber sie wird bleiben und ist auch für die Nachgeborenen wichtig, damit sie aus der Beschäftigung mit der Nazivergangenheit vielleicht eine Lehre ziehen: wachsam zu bleiben, um so Ungeheuerliches nicht wieder geschehen zu lassen. Dieses Projekt der Gedenkarbeit, dem Gunter Demnig, inzwischen siebzigjährig, sein Leben widmet, ist darauf angewiesen, dass es wahrgenommen und verstanden wird, auch von den Menschen, denen es erspart geblieben ist, in der NS-Zeit aufgewachsen zu sein.

free online hd adult videos Gunter Demnig selbst gehört bereits zur Nachkriegsgeneration. Als er 1947 in Berlin das Licht der Welt erblickte, waren die Gewinner des Krieges damit beschäftigt, eine neue Weltordnung zu schaffen, die in diesen Tagen wieder brüchig zu werden droht. Die Deutschen richteten sich in den Trümmern ein, so gut es ging, und schafften es, die jüngste Vergangenheit zu verdrängen. So ist nicht zuletzt die Sprachlosigkeit der Kriegsgerneration, die Gunter Demnig auch in der eigenen Familie bei seinem Vater erlebte, ein Beweggrund für seine Hartnäckigkeit, mit der er uns daran erinnert, dass wir es immer wieder mit einer Frage zu tun haben, die in ihrer Ungeheuerlichkeit nie zu beantworten sein wird, die uns aber darin bestärken kann, alles zu tun, dass wir eine solche Frage nie wieder werden stellen müssen: click Wie konnte es dazu kommen, dass ein Volk der Dichter und Denker sich nicht dagegen wehrte, eines der Mörder und Henker zu werden?

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