Wer hat Angst vor Schrott-Skulpturen?

Vom Schrottplatz? Nein, aus Venedig! (Foto R.W.)

Vom Schrottplatz? Nein, aus Venedig! (Foto R.W.)

Die fünfte Jahreszeit hat in diesem Monat begonnen. Das gilt zumindest für Deutschland, während man in Venedig oft den Eindruck hat, dass hier der Karneval niemals aufhört. Doch auch in Venedig macht man sich offensichtlich Gedanken über eine angemessene und gleichzeitig auffallende Kostümierung, wenn die Saison ihrem Höhepunkt zusteuert. Professionelle Karnevalisten tragen dann Masken. So ist das hier der Brauch. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch in diesen Markt Bewegung gekommen ist. Die traditionellen Masken haben Konkurrenz bekommen.

Also nicht mehr die lange Nase des Pestdoktors oder Gesichtszüge der bekannten Figuren aus der Commedia dell´Arte, auch nicht die mehr oder weniger niedlichen Katzenfratzen. Wer sich traut, aus der Tradition auszubrechen und die Mitwelt zu schockieren, kann sich hinter Kreationen aus der Schrottwelt verstecken. Sie wirken garantiert befremdlich, möglicherweise auch bedrohlich und machen den Eindruck, als wären sie zusammengeschweißt worden: metallisch und schwer. Doch keine Bange, das furchterregende Schrottensemble ist bequem zu tragen. Alles ist aus Pappmaché. Nur wie das Kostüm dazu aussehen soll, will genau überlegt sein.

Einen guten Eindruck von der Vielfalt der Masken, hinter denen man sich in den Zeiten der Serenissima versteckte, um unerkannt zu bleiben (wirklich?), vemittelt die traditionsreiche Maskenmanufaktur Ca´Macana Venezia im Stadtteil Dorsoduro, die auch die Schrottensemble- Versionen erfunden hat : www.camacana.com