Deutsches KünstlerQuartett bespielt Cá Rezzonico

Vlnr: Heike Gallmeier, Johanna von Monkiewitsch, Petra Schaefer, Inga Kerber, Klaus Kleine (Foto R.W.)

Vlnr: Heike Gallmeier, Johanna von Monkiewitsch, Petra Schaefer, Inga Kerber, Klaus Kleine (Foto R.W.)

Das war ein aufregender Tag für das KünstlerQuartett, das sich im Deutschen Studienzentrum am Canal Grande zusammengefunden hat und nun auf diesem Foto mit der Kuratorin Petra Schaefer (in der Mitte) zu sehen ist, die hauptamtlich immer noch Assistentin der Direktion ist. Dabei war an diesem Abend, an dem die vier sich den Besuchern im Palazzo Barbarigo della Terrazza präsentierten, noch nicht der Höhepunkt der Aufregung erreicht, der erst am Tag darauf im Palazzo Cá Rezzonico einige hundert Meter weiter abwärts am Canal Grande zu erwarten war.

Doch nun der Reihe nach.

Auf dem Bild sind vier junge deutsche Künstler versammelt, die nach erfolgreicher Ausbildung an deutschen und ausländischen Instituten schon in der Welt herumgekommen sind, unter anderem auch in Venedig, wo sie als Stipendiaten des Deutschen Studienzentrums und der Fondazione Berengo in Murano die Eindrücke dieser Stadt auf sich wirken lassen konnten. Damit nicht genug. Dank der Zusammenarbeit deutscher Kultureinrichtungen und Förderer mit venezianischen Instituten ist es gelungen, für das KünstlerQuartett aus Deutschland eine Ausstellung zu organisieren – nicht irgendwo, sondern in einem der geschichtsträchtigen Paläste am Canal Grande, wo man sonst nur Werke aus dem 18. Jahrhundert zu sehen bekommt.

So wurde am 1. Juli im Erdgeschoss von Cá Rezzonico die Ausstellung „Ebenbild/Abbild“ (Ritratto/Copia) eröffnet, die dort nun bis zum 30. Oktober zu sehen sein wird. Da zeigen die drei Stipendiaten des deutschen Instituts Heike Gallmeier, Johanna von Monkiewitsch und Inga Kerber sowie Klaus Kleine, der als Stipendiat der Fondazione Berengo in Murano das Damentrio ergänzt, wie sich ihre Eindrücke materialisieren: als Ebenbilder, Abbilder oder Rätselbilder.

Heike Gallmeier (Jahrgang 1972) aus Berlin wurde in der venezianischen Malerei fündig. Sie hat Carpaccios und Canalettos Bilder aus der Zweidimensionalität erlöst und Rauminstalltionen geschaffen, die uns eine neue Wahrnehmung ermöglichen sollen. Johanna von Monkiewitsch (Jahrgang 1979) aus Köln will das Leichteste und Flüchtigste, das Venedig auf seinen Kanälen und Gemäuern zu bieten hat, einfangen und an andere Orte transportieren: Lichtreflexe, die sich bei ihr in Filmaufnahmen und sogar in handfesten Objekten „materialisieren“. Eher politisch ist der Ansatz von Inga Kerber (Jahrgang 1982) , die in Leipzig lebt und arbeitet. Sie will dem Klischeehaften und „Unechten“ der Stadt auf die Spur kommen und macht mit der Analogkamera Fotos von der Stadt, von den Bewohnern und Besuchern und präsentiert die Ergebnisse in einer Weise, die an die Werbeflächen erinnern, die die Bauwerke verhüllen. Klaus Kleine (Jahrgang 1974) ebenfalls Köln schließlich ist von den Möglichkeiten fasziniert, die sich beim Experimentieren und Arbeiten mit den Glasbläsern in Murano ergeben. Ihm hat es die Materialität der Stadt angetan, die von tausenden von Schritten geglätteten Steine in dem Palästen, der Lack an den Gondeln, der glänzend und widerstandsfähig zugleich ist.

Alle vier wurden anläßlich der Ausstellung mit guten Worten und Wünschen bedacht und das ganze Unternehmen als gelungenes Experiment kultureller Zusammenarbeit gewürdigt. Für die Künstler selbst bleibt in jedem Fall die Erfahrung der Zusammenarbeit mit Künstlerkollegen und Institutionen sowie die Möglichkeit, auf die Teilnahme an der Sammelausstellung in Cá Rezzonico in Venedig hinzuweisen; in allen Biografien, die da noch kommen werden.

www.heikegallmeier.de

www.ingakerber.de

www.klauskleine.com

www.johannavonmonkiewitsch.com