Eine kleine Geschichte von Geld- und Schuldscheinen

Diese Automaten werden gegen neue ausgetauscht ( Foto RW)

Fahrschein gefällig (Foto R.W.)

Man muss schon recht gut zu Fuß sein, um Venedig genießen zu können. Zum Glück gibt es die öffentlichen Verkehrsmittel, die hier Vaporetti heißen, obwohl sie mit Vapore schon lange nichts mehr zu tun haben, sondern auf den Treibstoff Diesel angewiesen sind. Inzwischen ist sogar ein Hybridfahrzeug auf dem Canal Grande mit Strom unterwegs und wird außerhalb des Stadtgebietes auf dem Weg zum Flughafen auf Dieselbetrieb umgestellt. So sieht hier der Fortschritt aus.

Diese Automaten haben bald ausgedient (Foto R.W.)

Diese Automaten haben bald ausgedient (Foto R.W.)

Auch beim Ticketverkauf ist die Betreibergesellschaft ganz auf der Höhe der Zeit. An vielen Anlegestellen findet man Verkaufsautomaten, die zu jeder Tageszeit für Geld oder Plastik bereitwillig die gewünschten Tickets ausspucken, Wechselgeld inklusive. Doch Vorsicht, die Differenz zwischen Kartenpreis und Geldschein wird nur in klingender Münze bis zum Betrag von 9,95 € erstattet. Wer also den Automaten mit einem großen Geldschein verwöhnt, bekommt zwar das Ticket, aber kein Wechselgeld, sofern dies den Betrag von 9,95 € übersteigt. Stattdessen wird man mit einem mageren Zettel abgespeist , der so etwas wie ein Schuldschein der Betreibergesellschaft ist.

Da kann die Hochstimmung, in der man sich eben noch befunden hat, schnell in Ärger umschlagen. Es gibt nur eine Stelle in der Stadt, wo man gegen Vorlage dieses Schuldscheins das Wechselgeld zurückbekommt. Diese Stelle befindet sich auf der Insel Tronchetto, wo die Verkehrsmittel des Festlands und der Lagune sich gegenseitig bedrängen. Ein Ort eben, den man als Besucher nicht unbedingt auf der Liste der beliebtesten Ziele hat. Doch wer sein Geld zurück will, wird wohl oder übel das Vaporetto der Linie 2 besteigen, an der Haltestelle Tronchetto aussteigen und sieht sich mit einem großen Neubau konfrontiert, wo schon das Actv-Büro auf einen zu warten scheint. Schuldschein vorlegen, Geldscheine entgegennehmen und Betrag quittieren sind im Nu erledigt.

.Und nun bekommt die Geschichte von der Umwandlung der Schuldscheine in Geldscheine eine neue Wendung. Die Automaten, die als Wechselgeld nur Münzen ausspucken, haben bald ausgedient. Es werden bereits neue installiert, die auch zur Ausgabe von Geldscheinen befähigt sind. Es kann also gut sein, dass wir unsere Geschichte gar nicht hätten erzählen können, wenn unser Besuch mit seinem 100-€-Schein an einen der neuen Automaten geraten wäre. Wäre das wirklich schade gewesen?