Cane? Dann doch lieber Caine!

 

Der Komponist sitzt am Flügel (Foto R.W.)

Der Komponist sitzt am Flügel (Foto R.W.)

Jan und Uri Caine in Venedig  (Foto R.W.)

Jan und Uri Caine in Venedig (Foto R.W.)

Auf den Konzertkarten war zu lesen „Euroamerica: Uri Cane Urlicht-Primal Light. Zu unserer Erleichterung war es dann doch Uri Caine (!), den wir im Vortragssaal der Stiftung Emilio Vedova mit seinem Ensemble zu sehen und zu hören bekamen. Der gleiche also, den wir das erste Mal im Sommer 2003 während der Musik-Biennale im Arsenale von Venedig erlebt hatten. Er hatte uns damals so beeindruckt, dass wir daraufhin die CD von Winter&Winter mit der Aufnahme von Urlicht kauften, in der Uri Caine mit einem recht großen Orchester und viel technischem Aufwand eine Jazz-Version mit Stücken aus Mahler-Sinfonien präsentierte.

20 Jahre nach der Urfassung von Urlicht saßen wir also erwartungsvoll in einem vollbesetzten Saal, um zu erleben, wie sich die Live-Version von Urlicht anhörte. Wir hatten noch Plätze in der letzten Reihe bekommen. Bevor es dunkel wurde im Saal, nahm neben uns eine Frau Platz, die mit einem Mann hereingekommen war, der nun zur Bühne strebte. Uri Caine. Er kam noch einmal zurück und nahm sich so viel Zeit für den Zuspruch seiner Frau, dass wir Gelegenheit und Erlaubnis hatten, die beiden zu fotografieren. Dann erlebten wir in der Gesellschaft von Jan Caine die anderthalbstündige  Darbietung einer aktualisierten Form von Urlicht, in kleinerer Besetzung als auf der CD, dafür lebendiger, lockerer und mit sichtbarer Spielfreude vorgetragen.

Für den begeisterten Beifall gab es eine besondere Zugabe, mit der Uri Caine die musikalische Zugabe einleitete: „We hate Trump!“. Da konnte er des Beifalls sicher sein. So hatten wir das schon im Sommer 2003 vernommen, nur dass der Name damals noch Bush lautete.

Die Liste der von Uri Caine erarbeiteten „Crossover“-Versionen klassischer Stücke ist beachtlich.

www.uricaine.com