Morgens um sieben

 

 

Wie einst die Impressionisten (Foto R.W.)

Wie einst die Impressionisten (Foto R.W.)

Da sitzen zwei Besucher aus Fernost auf dem Ponton der Haltestelle San Marco/Vallaresso und genießen den Ausblick über den Canal Grande zur Kirche Santa Maria della Salute, ungestört von den Pendlern, die erst später zu erwarten sind. Sie sind da, ganz ohne Selfie-Einrichtung und ohne Spiegelreflex- oder Digital-Camera. Stattdessen haben sie kleine Staffeleien, allerlei Farbtuben und Pinsel vor sich ausgebreitet.

Sie sind dabei, mit Pinsel und Farbe diesen Augenblick und diesen Anblick in Venedig für sich festzuhalten, ohne dass er für den Transport in die digitalen Wolken zugerichtet wird. Müssen wir angesichts dieses Bildes unser Vorurteil revidieren? Sind Touristen gar nicht so, dass sie nur in der Welt herumreisen, um möglichst viele Bilder zu „schießen“, aber ihre „Beute“ erst in Augenschein nehmen, wenn sie wieder zu Hause sind, wenn überhaupt? Betrachten wir das Pärchen als Ausnahme von der Regel.