Sabbat-Vorschrift in neuem Licht

Die Sabbat-Vorschrift gebietet den Juden, an diesem Ruhetag auch wirklich Ruhe zu geben, das heißt keiner Arbeit nachzugehen und keine Gegenstände, ob Handelswaren oder private Dinge, außerhalb der eigenen vier Wände durch die Gegend zu tragen. So war es doch eine gute Idee des venezianischen Oberrabbiners, sich an den Bürgermeister Venedigs zu wenden und mit ihm zu vereinbaren, dass dieser mit einem Dekret das historische Venedig zu einem einzigen großen Haus erklärte. Der „Hausherr“ der historischen Stadt kam diesem Ersuchen gerne nach und erließ ein entsprechendes Dekret für die Dauer von fünf Jahren. Mit Wirkung vom 22. April 2016 dürfen jüdische Bürger und Besucher Venedigs die Stadt als ihr großes Wohnzimmer betrachten und sich darin auch samstags bewegen, ohne gegen die religiöse Vorschrift zu verstoßen. Damit reicht ihr Bewegungsradius von Cannaregio bis Castello. Diese Regelung wurde für den symbolischen Preis von zehn Euro gewährt und mit Brief und Siegel bestätigt.

Wie man sieht, sind auch strenge Vorschriften erträglich, wenn man sie angemessen zu interpretieren weiß. Ein Schelm, der Schlimmes dabei denkt.