Katamaran PlanetSolar auf den Weltmeeren unterwegs

In Deutschland produziert, unter Schweizer Flagge (Foto R.W.)

In Deutschland produziert, unter Schweizer Flagge unterwegs (Foto R.W.)

In Venedig ist in diesen Tagen ein Schiff vor Anker gegangen, das nicht nur den Gegnern der Kreuzfahrtschiffe gefallen wird. Es ist in jeder Hinsicht eine Ausnahmerscheinung. Der futuristisch anmutende 35 Meter lange Katamaran PlanetSolar, ohne Mast und ohne Segel, dafür mit über 500 Quadratmetern Sonnenkollektoren auf dem Dach, hat seit seiner Jungfernfahrt vor anderthalb Jahren schon 60 000 Kilometer auf den Meeren unseres Planeten hinter sich gebracht und in 28 Ländern für Aufsehen gesorgt – unter den Augen der Freiheitsstatue von New York oder in Reichweite der Londoner Tower Bridge. Und das alles, ohne einen Liter Diesel verheizt zu haben.

Stationen einer Weltreise ohne fossile Treibstoffe  (Foto R.W.)

Stationen einer Weltreise ohne fossile Treibstoffe (Foto R.W.)

Im Schiffsleib haben 8 Personen bequem Platz. Die erste Seereise haben Wissenschaftler der Universität Genf genutzt und mit Hilfe der zahlreichen Messgeräte an Bord das Klima und die Meere erforscht: unter optimalen Bedingungen ohne die sonst üblichen Störungen dieselbetriebener Forschungsschiffe. Die PlanetSolar bleibt jetzt sechs Monate in der Lagune vor der Insel Certosa liegen und bietet interessierten Besuchern Gelegenheit, sich ein Bild zu machen, wie Fortbewegung auf den Meeren ohne Umweltbelastung und ohne fossile Brennstoffe funktionieren kann.

Aber nicht nur auf offener See, auch auf den Wasserstraßen Venedigs wünscht man sich umweltfreundliche Schiffe für den Personen- und Güterverkehr. Das Institut Vento di Venezia auf der Insel Certosa erhofft sich von der Anwesenheit des solarbetriebenen Schiffes und der Zusammenarbeit mit der Besatzung neue Impulse bei der Erforschung und Entwicklung von Schiffen und Antriebsmöglichkeiten, die weniger „moto ondoso“ verursachen und weniger CO2 in die Luft blasen, und nicht zuletzt auch mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung für innovative Verkehrskonzepte. Diesem Vorhaben ist aller Erfolg zu wünschen.

Auf www.planetsolar.org werden die bisherigen Expeditionen und die Geschichte des Projekts ausführlich dargestellt. Lohnt sich.