Dazwischen liegen 700 Jahre Baugeschichte

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Palazzo Tito, Baujahr 20. Jahrh., links; Ca`da Mosto, Baujahr 13. Jahrh., rechts (Fotos R.W.)

Der Canal Grande, knapp vier Kilometer lang, ist Venedigs belebteste Verkehrsstraße und seit jeher die begehrteste Lage für die Palazzi, die sich zu beiden Seiten des Kanals aneinanderdrängen. In den einschlägigen Bildbänden werden an die 200 Bauwerke aufgezählt, die dort im Laufe von Jahrhunderten erbaut, erweitert, umgebaut und restauriert worden sind. Ein Ende der Bautätigkeit ist nicht abzusehen, auch wenn hier schon lange keine Neubauten entstehen. Der letzte wirkliche Neubau, für den ein eher bescheidenes Bauwerk weichen mußte, ist der Palazzo Tito (neben der Haltestelle S. Angelo), der Anfang der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts entstand. Wie Clemens F. Kusch in seinem Architekturführer schreibt, gab es damals heftige Kontroversen um das Projekt, weil man ein modernes Gebäudes am Canal Grande als Sakrileg empfand.

Die Aufregung ist folgenlos geblieben. Man hat ja auch genug damit zu tun, die alte Bausubstanz am Canal Grande zu erhalten und für eine zeitgemäße Nutzung herzurichten. Jüngstes umstrittenes Beispiel ist der Fontego dei Tedeschi an der Rialto Brücke.

Nicht weit entfernt davon befindet sich das älteste erhaltene Bauwerk am Canal Grande, die Ca`da Mosto mit zwei Etagen in venezianisch-byzantinischem Stil, die aus dem 13. Jahrhundert stammen.Das Bauwerk war lange Zeit verhüllt und erstrahlt nun in einem unschuldigen Weiß. Welche Nutzung ihm zugedacht ist, weiß man wohl noch nicht. Vielleicht wird es wieder ein Hotel wie schon einmal in seiner langen Geschichte. Mehrere Jahrhunderte war es unter dem Namen Albergo Leon Bianco das berühmteste Hotel am Platze, in dem auch Fürsten und Könige logierten.