Böses Erwachen nach dem Dornröschenschlaf

Wo bleiben die Bauarbeiter? (Foto R.W.)

Wo bleiben die Bauarbeiter? (Foto R.W.)

Das Hotel Des Bains auf Lido weckt literarische und kinematographische Erinnerungen als Schauplatz und Kulisse für den Film „Tod in Venedig“, in dem Thomas Manns Figur Aschenbach einen polnischen Knaben anschmachtet. Lang ist´s her. Heute macht das weitläufige Haus einen tristen Eindruck. Seit Jahren hat es keine Gäste mehr gesehen. Hinter dem Baugerüst, das vor einigen Jahren noch als Zeichen der Erneuerung gedeutet werden konnte, tut sich – nichts.

Dafür tat sich was bei den Geldgebern, die in den Fonds RealVenice I investierten und die Fondsgesellschaft EstCapital in die Lage versetzt hatten, für 156 Millionen Euro sowohl das Des Bains wie auch das Hotel Excelsior zu erwerben. Das war 2008. EstCapital kündigte damals an, dass das Hotel in ein Condominio mit Luxuswohnungen verwandelt werden sollte. Für Käufer, die willens waren, pro Quadratmeter Wohnfläche 15 000 Euro hinzulegen. Nach sechs Jahren Stillstand verloren die Geldgeber die Geduld.

Im Februar wurde der Fonds, wie von der Mehrheit der Geldgeber gewünscht, an die Hines Italia in Mailand weitergereicht, eine Niederlassung der international tätigen Immobiliengruppe Hines mit Büros in allen Regionen der Welt. Hines Italia hat in einer Presseverlautbarung wissen lassen, dass Des Bains als Hotel weitergeführt werden soll. Nach der Modernisierung soll es die glorreiche Geschichte des 20. Jahrhunderts fortsetzen. Fassen wir uns in Geduld.

Siehe auch die Beiträge Auf Sand gebaut (9.4.2010) und Baustelle mit Seeblick (13.3.2009)