Frühling ist den ganzen Winter

Schmeckt roh und gekocht (Foto R.W.)

Schmeckt roh und gekocht (Foto R.W.)

Die Marktstände sind ergrünt, als wäre schon Frühling. Es gibt allerlei Krautiges zum Kochen, für Salate, als Zutat für eine Pasta. Auffallend viele der grünen Angebote stammen von einer Wildpflanze ab, die auch in Deutschland verbreitet ist und gerne an Wegrändern wächst. Daher ihr Name Wegwarte. In Italien kommt sie als Kulturpflanze vor: als Radicchio, Catalogna (Blattzichorie) oder Puntarella. Letztere ist ein Gewächs, das sich von Latium bis in das Veneto vorgearbeitet hat. Dabei war es schon mal in ganz Europa bekannt und beliebt. Hildegard von Bingen wußte seine gesundheitliche Wirkung zu loben, bei den Griechen der vorchristlichen Zeit war es auch für Zaubertränke gut.
Nun also bereichert die Puntarella den Speisezettel auch in Venedig, und die Hausfrauen an den Ständen tauschen ihre Erfahrungen aus mit dem buschigen Gewächs. Kann man die Außenblätter verwenden oder nur die Rosette im Inneren? Wie schmeckt die Puntarella als Salat, wie kocht man sie? Ja, wenn man in Rom lebte, braucht man sich diese Fragen nicht zu stellen. Da kommt sie, wie die Blattzichorie, ganz selbstverständlich in die Töpfe und auf den Tisch.