Acqua alta 2012

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Was für ein Jahr. Die offiziellen Wasserstandsmeldungen für Venedig besagen, dass im vergangenen Jahr der Markusplatz an 103 Tagen überschwemmt war. Das geschieht immer dann, wenn die tägliche Flut einen Wert von 80 Zentimetern und mehr erreicht. Extremhochwasser ist bei 110 Zentimetern angesagt.. Das war voriges Jahr acht Mal der Fall, davon zweimal mit Wasserstandsmeldungen über 140 Zentimetern. In solchen Fällen ist der größte Teil der Stadt nicht mehr trockenen Fußes erreichbar.

Das gibt auf jeden Fall ungewöhnliche Bilder, die man als Tourist gern den Freunden nach Hause schickt. In allen Teilen der Welt ist das Phänomen eine Nachricht wert. Nur die Venezianer haben daran weniger Freude. Im Jahr davor waren sie einigermaßen glimpflich davongekommen – mit 60 Gummistiefeltagen für den Markusplatz und nur einem Tag mit Hochwasser über 110 Zentimetern.

Seit Jahrzehnten weiß man, dass man gegen das immer wiederkehrende Hochwasser etwas tun sollte. So lange werden auch die diversen Möglichkeiten kontrovers diskutiert. Mittlerweile konzentrieren sich die Bemühungen auf die Installation eines Flutwehrsystems an den drei Stellen der Lagune, an denen die Flut vom Meer ein- und bis in die Kanäle Venedigs vordringen kann. Mose, so heißt das Projekt, soll künftig die Flut vor den Inseln Lido und Pellestrina aufhalten.

Die Inbetriebnahme hat sich immer wieder verzögert, man darf an Parallelen in Deutschland denken. Immerhin kann man schon seit einigen Jahren den Baufortschritt auf Lido und Pellestrina bewundern, aber die Probe auf den Ernstfall hat Mose noch nicht bestanden. Vielleicht im Jahr 2014? Die Hoffnung stirbt zuletzt, selbst wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.

Nachtrag im Februar 2013: In einem Pressebericht ist zu lesen, dass die Inbetriebnahme wohl nicht in 2014 möglich sein wird, sondern erst 2016. Aber eine erste Erprobung der teilweise montierten Scharniere soll noch im April dieses Jahres erfolgen.  Dann also viel Erfolg!