Hochbetrieb im Bacino von San Marco

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Redentore eine Geschmacksfrage (Foto R.W.)

Zum Redentore-Fest sind alle Venezianer auf den Beinen oder auf dem Wasser. Einige schaffen es an diesem Samstag im Juli sogar bis zur Erlöserkirche auf Giudecca, wo in Erinnerung an die Pest, die 1577 die damalige Bevölkerung praktisch halbierte, alljährlich eine Messe zelebriert wird. Der Patriarch und der Bürgermeister der Stadt schreiten zu diesem Zweck gemeinsam auf der 337 Meter langen Pontonbrücke über den Giudecca-Kanal vom Ufer der Zattere bis zur Palladio-Kirche gegenüber. Damit ist das relegiöse Zeremoniell eröffnet.

Die Mehrheit bleibt der Kirche fern und vergnügt sich an den Ufern des Bacino, auf den Plätzen und Gassen ihres Stadtteils. Von den umliegenden Inseln ist man standesgemäß im Boot herbeigeeilt. Essen und Trinken gibt es überall bis zum Abwinken. Ganz nach dem Geschmack der Venezianer, die dieses traditionelle Fest in der Familie ganz ohne Touristen genießen.

So war es bisher. Aber die Tourismus-Abteilung wollte sich die verlockende Gelegenheit nicht entgehen lassen und hat Besucher herbeigelockt. Die Hotelbranche freut´s. Die renommierten Häuser mit Blick auf das Bacino bieten Dinner von 300 bis 600 Euro. Zum Dessert gegen Mitternacht gibt es das Feuerwerk gratis dazu, ein phantastisches  pyrotenchnisches Spektakel, das den Zuschauern garantiert viele Ahs und Ohs entlockt.

Bei den Preisen ist sichergestellt, dass die Durchmischung von Venezianern DOC und Angereisten weitestgehend unterbleibt. So bleiben die jeweiligen Gruppen unter sich. So finden an diesem Wochenende mindestens zwei Feste statt, und jeder bekommt hier seins. Nur das Feuerwerk ist für alle gleich.

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Feuerwerk für alle (Foto R.W.)