Museo della Gondola

gondelwerft1

Die Gondelwerft von San Trovaso  soll Museo della Gondola werden (Foto R.W.)

Gibt es in Venedig zu wenig Museen? Ganz abgesehen davon, dass manche behaupten, die Stadt selbst sei ja Museum genug, hat man in der Stadtverwaltung über diese Frage wohl schon länger nachgedacht und ist schließlich – blitzartig! – darauf gekommen, dass da wohl noch ein Gondelmuseum fehlt. Rasche Abhilfe ist nun beschlossen. Für die Einrichtung eines Gondelmuseums werden 400 000 € locker gemacht, weitere 200 000 € sollen von Sponsoren hinzukommen. Das reicht für den Anfang.

Ein Standort ist auch schon ausgedeutet. Man widmet eine bestehende Einrichtung einfach um und erklärt sie zum Museum. So werden Spaziergänger in Dorsoduro, die von Zattere aus am Rio San Trovaso vorbeikamen und dort die gleichnamige Gondelwerft aus respektvoller Entfernung bewundern konnten, künftig ganz nahe herangelassen. In diesem Jahr noch nicht, aber vielleicht im nächsten.

Der Betrieb der Gondelwerft soll ungestört weiter bestehen, während in den Räumen darüber Platz für das Museum geschaffen werden soll, wo uns gezeigt wird, was so alles beim Gondelbau zu beachten und zu bewundern ist. Diese Oldtimer des Personenvekehrs auf dem Wasser werden heute noch genau so gefertigt wie seit Hunderten von Jahren. Bisher haben die Gondelbauer mit Erfolg jeder Modernisierung ihres Handwerks getrotzt.

Nicht nur bei der Anfertigung einer Gondel, auch bei ihrer Fortbewegung auf den Kanälen Venedigs kommt es auf geschickte Handarbeit an, heute noch mehr als in der Vergangenheit. Schließlich müssen die rund 400 Gondeln, die in unseren Tagen für den Personenverkehr offiziell zugelassen sind, mit der motorisierten Konkurrenz auf den Kanälen ihr Auskommen finden.

Dem Unternehmen ist viel Erfolg zu wünschen.