Von der Rostlaube zum Schmuckstück

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Unter Linden Kaffee trinken (Foto R.W.)

Wie lange hatte man darauf gewartet und schließlich die Hoffnung fast ganz aufgegeben. Nun ist – endlich – doch was geschehen. Das Gewächshaus in den Giardini (la Serra), vor über hundert Jahren errichtet und seit Jahrzehnten ein Bild des unaufhaltsamen Verfalls, ist zu einem Schmuckstück mutiert und zu neuem Leben erwacht: mit pädagogischem Anspruch (wöchentlich Kurse für Kinder), kommerziellen Interessen (Pflanzenverkauf) und einem wohltuend rekreativen Angebot (Café mit Sitzgelegenheiten drinnen wie draußen).

Ursprünglich hatte die Serra als Depot für Pflanzen gedient, die man zur Dekoration der Biennalen in den nahegelegenen Giardini bereithielt. Langlang ist´s her. Ein gutes Jahrhundert. In jüngerer Zeit versuchten tollkühne Künstler aus Belgien das verfallende Glashaus mit Lichtinstallationen zu beleben. Bis auch das nicht mehr möglich war. Einsturzgefahr. Endlich fasste sich die Kommune ein Herz und gab richtig Geld aus für die Instandsetzung. Als alles fertig und frisch lackiert war – nichts. Der Verfall konnte erneut beginnen.

Nun endlich hat man Betreiber gewonnen, die es wagen, das architektonische Schmuckstück an dem von Linden gesäumten Viale Garibaldi mit neuem Leben zu erfüllen. Die Besucher der Biennale werden es zu danken wissen, dass sie da so nahe an der Ausstellung und so schön und so bequem gelegen, einen Platz finden, wo man sich eine Pause von den Aufregungen der neuesten Kunst gönnen kann. Dem Betreiber, der schon seit Jahren auf der Via Garibaldi die beliebte Bar El Refolo betreibt, wünschen wir viel Glück und das nötige Durchstehvermögen, damit das Café La Serra langelange bestehen bleibt.