Kategorie-Archiv: Essen und Trinken

Hochbetrieb im Bacino von San Marco

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Redentore eine Geschmacksfrage (Foto R.W.)

Zum Redentore-Fest sind alle Venezianer auf den Beinen oder auf dem Wasser. Einige schaffen es an diesem Samstag im Juli sogar bis zur Erlöserkirche auf Giudecca, wo in Erinnerung an die Pest, die 1577 die damalige Bevölkerung praktisch halbierte, alljährlich eine Messe zelebriert wird. Der Patriarch und der Bürgermeister der Stadt schreiten zu diesem Zweck gemeinsam auf der 337 Meter langen Pontonbrücke über den Giudecca-Kanal vom Ufer der Zattere bis zur Palladio-Kirche gegenüber. Damit ist das relegiöse Zeremoniell eröffnet. Weiterlesen

Museo della Gondola

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Die Gondelwerft von San Trovaso  soll Museo della Gondola werden (Foto R.W.)

Gibt es in Venedig zu wenig Museen? Ganz abgesehen davon, dass manche behaupten, die Stadt selbst sei ja Museum genug, hat man in der Stadtverwaltung über diese Frage wohl schon länger nachgedacht und ist schließlich – blitzartig! – darauf gekommen, dass da wohl noch ein Gondelmuseum fehlt. Rasche Abhilfe ist nun beschlossen. Für die Einrichtung eines Gondelmuseums werden 400 000 € locker gemacht, weitere 200 000 € sollen von Sponsoren hinzukommen. Das reicht für den Anfang. Weiterlesen

Sunset Boulevard

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Uno spritz e una risata (Foto R.W.)

Die Tage werden kürzer und die Schatten auf der Via Garibaldi immer länger. Wenn man da gegen Abend mit der untergehenden Sonne im Rücken seinem Schatten hinterläuft, hat man gut hundert Meter vor sich, bevor man den Kopf erreichen würde. Aber man erreicht ihn nie. Da müßte man schon schneller sein, als Einstein erlaubt, um hier und bei dieser Gelegenheit den Schatten des eigenen Kopfes unter die eigenen Füße zu bekommen. Weiterlesen

Von der Rostlaube zum Schmuckstück

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Unter Linden Kaffee trinken (Foto R.W.)

Wie lange hatte man darauf gewartet und schließlich die Hoffnung fast ganz aufgegeben. Nun ist – endlich – doch was geschehen. Das Gewächshaus in den Giardini (la Serra), vor über hundert Jahren errichtet und seit Jahrzehnten ein Bild des unaufhaltsamen Verfalls, ist zu einem Schmuckstück mutiert und zu neuem Leben erwacht: mit pädagogischem Anspruch (wöchentlich Kurse für Kinder), kommerziellen Interessen (Pflanzenverkauf) und einem wohltuend rekreativen Angebot (Café mit Sitzgelegenheiten drinnen wie draußen). Weiterlesen

Beim Lieblingsmetzger

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Unsere Lieblingsmetzger (Foto R.W.)

Auf der Via Garibaldi gibt es nichts, was es nicht gibt. Brot, Gemüse, Fleisch, Putzzeug, Briefmarken, Schrauben, Schuhe, Dessous, Buntstifte, Zigaretten, Lesestoff und vieles mehr. Bei den Lebensmitteln hat man die Auswahl zwischen mehreren Geschäften. Nach einigem Hin und Her haben wir auch unseren Lieblingsmetzger gefunden. Das heißt zwei. Beide verstehen ihr Handwerk. Es ist eine Freude, ihnen beim Hantieren mit den scharfen Messern zuzusehen. Wir richten es nach Möglichkeit so ein, dass uns der mit den wenigen Haaren bedient. Weiterlesen

Für Kaffeeliebhaber

Wenn man vom Arsenale die Gassen westwärts in Richtung Campo S. Giovanni e Paolo schlendert, kommt man durch die Calle del Cafetier. Der Name deutet darauf hin, dass hier einst Kaffeegeschäfte zu finden waren. Die Venezianer können sich rühmen, dass sie schon im 17. Jahrhundert den Kaffegenuß kultiviert haben. Nun hat sich jemand ein Herz genommen und, anknüpfend an die venezianische Tradition, an ebendieser Stelle eine neue Kafferösterei eröffnet.

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Immer mal wieder

Immer mal wieder melden sich prominente Venedig-Liebhaber aus aller Welt zu Wort, um zum Ausdruck zu bringen, wie sehr sie unter der “Verschandelung” der historischen Fassaden Venedigs leiden, wenn diese zwecks Renovierung hinter Baugerüsten und – schlimmer noch – hinter Großplakaten verschwinden. Darauf gibt es dann regelmäßig die Entgegnung der Kommunalverwaltung, dass mit ebendiesen Großplakaten ein wichtiger Beitrag für die Erhaltung bzw. Wiederherstellung ebendieser Fassaden in die klammen Kassen der Kommune kommt. Dabei bleibt es dann auch. Weiterlesen

Aria fritta

Fast will es einem scheinen, als verginge kein Tag, an dem nicht irgendwo ein neues Buch über Venedig vorgestellt wird. Im ehrwürdigen Vortragssaal des Ateneo Veneto geschah dies in kurzer Folge schon zum zweiten Mal. Der Titel des zweiten Buches, das hier vorgestellt wurde, läßt schon ahnen, woher der Wind weht: “Quando c´erano i Veneziani” (Als es noch Venezianer gab). Und man wird nicht enttäuscht. Es geht um die Erinnerungen von einem Dutzend prominenten Venezianern reinsten Wassers (DOC, wie man hier gerne sagt), die mit ihrer Sorge um das Venedig von heute der Zustimmung aller Anwesenden – in der Mehrzahl ebenfalls Venezianer DOC in vorgerücktem Alter – sicher sein können. Weiterlesen

Bärwurz


Da bestellt man in einer Bar auf der Hauptstraße von Lido einen Espresso und sieht sich ganz beiläufig auch das Getränkesortiment im Regal an. Da ist etwas, das einen stört. Eine Steingutflasche mit einem Namen drauf, der hier exotisch wirkt. Bärwurz. In Frakturschrift.  Bärwurz hier? Der gehört doch in den Bayerischen Wald! Weiterlesen