Kategorie-Archiv: Essen und Trinken

Dies ist eine Erfolgsgeschichte

Jeden Abend Botschaftsdinner (Foto R.W.)

Jeden Abend Botschaftsdinner  mit Gästen (Foto R.W.)

Performing Architecture. Was kann damit gemeint sein? Da hilft die gedankliche Verknüpfung mit der diesjährigen Architektur-Biennale in Venedig, wo es im deutschen Pavillon heißt: Making Heimat. Germany, Arrival Country. Nach Lage der Dinge darf man dies eher als wünschenswerte Utopie verstehen und weniger als Realität. Oder doch nicht? Weiterlesen

Ganz schön ausgekocht

Der Küchenchef aus Eisenhüttenstadt erklärt seinen Gästen, was ihnen da vorgesetzt wird (Foto Petra Schaefer, dszv.it)

Der Küchenchef aus Eisenhüttenstadt erklärt seinen Gästen, was ihnen da vorgesetzt wird (Foto P Schaefer, dszv.it)

Die Einladung des Deutschen Studienzentrums in Venedig hatte es in sich und lockte ungewöhnlich viele Besucher in den Vortragssaal am Canal Grande. Dabei war es wohl weniger das Thema des Vortrags, das für einen vollen Saal sorgte, sondern auch der Nachsatz in der Einladung, in der „venezianische und brandenburgische Cichetti“ angekündigt wurden. Die Gäste kammen in doppelter Hinsicht auf ihre Kosten. In dem Vortrag, den der Direktor des Studienzentrums, Romedio Schmitz-Esser, in italienischer Sprache hielt, ging es unter anderem darum, dass der Kaiser Barbarossa, der während des dritten Kreuzzugs unterwegs nach Jerusalem ums Leben kam, würdig bestattet werden sollte und zu diesem Zweck vom seinem Koch zerlegt und gekocht wurde, so dass schließlich nur die Gebeine für eine ehrenvolle Bestattung übrig blieben. Weiterlesen

Neues Leben auf der Friedhofsinsel San Michele

Im Klostergarten wird wieder Wein gekeltert (Foto R.W.)

Im Klostergarten wird wieder Wein gekeltert (Foto R.W.)

Wer es sich in der Trattoria Corte Sconta im Sestiere von Castello gutgehen läßt, wird sich kaum Gedanken darüber machen, wie alt der Weinstock ist, dessen auslandendes Blätterdach ihm Kühlung spendet. Erst der Verein „Laguna nel bicchiere – le vigne ritrovate“ öffnete den Venezianern die Augen für den Weinanbau, der auf der Lagune eine lange Tradition hatte. Da erfährt man dann, dass der schattenspendende Weinstock schon über hundert Jahre alt ist und bis heute verwertbare Trauben der Sorte Tocai trägt. Weiterlesen

Der Wein, den einst die Dogen tranken

Das Weingut auf Mazzorbo hat Reben und Reben (Foto R.W.)

Das Weingut auf Mazzorbo hat Reben und Reben (Foto R.W.)

In den besten Zeiten der Serenissima labten sich die Dogen mit dem Wein der „goldenen“ Dorona-Trauben. Die auf den Inseln rund um die Stadt kultivierte Rebe geriet irgendwann in Vergessenheit und drohte vollends zu verschwinden. Im Jahr 2002 waren nur noch 80 Weinstöcke aufzutreiben, die den Grundstock für eine mühevolle Neuansiedlung der Dorona-Rebe auf einem Grundstück der Insel Mazzorbo bildeten. Weiterlesen

Muscheln satt!

Genießbar oder nicht? (Foto R.W.)

Genießbar oder nicht? (Foto R.W.)

Es gibt in Venedig kaum einen besseren Ort für das Schauspiel, wie Touristen so angst- wie lustvoll auf schwankenden Gondeln beim Be- und Entsteigen das Gleichgewicht zu verlieren drohen: die Anlege- und Umschlagstelle für Gondoliere neben dem Restaurant Monaco Grand Canal. In diesem Restaurant mit Aussicht auf die Dogana auf der anderen Seite des Kanals, wo seit einigen Jahren der französische Großindustrielle Pinault sein Privatmuseum unterhält, trifft man sich aber weniger, um das geschäftige Treiben der Gondolieri zu beobachten, schon eher, um sich erlesene Speisen servieren zu lassen. Weiterlesen

Frühling ist den ganzen Winter

Schmeckt roh und gekocht (Foto R.W.)

Schmeckt roh und gekocht (Foto R.W.)

Die Marktstände sind ergrünt, als wäre schon Frühling. Es gibt allerlei Krautiges zum Kochen, für Salate, als Zutat für eine Pasta. Auffallend viele der grünen Angebote stammen von einer Wildpflanze ab, die auch in Deutschland verbreitet ist und gerne an Wegrändern wächst. Daher ihr Name Wegwarte. In Italien kommt sie als Kulturpflanze vor: als Radicchio, Catalogna (Blattzichorie) oder Puntarella. Letztere ist ein Gewächs, das sich von Latium bis in das Veneto vorgearbeitet hat. Dabei war es schon mal in ganz Europa bekannt und beliebt. Hildegard von Bingen wußte seine gesundheitliche Wirkung zu loben, bei den Griechen der vorchristlichen Zeit war es auch für Zaubertränke gut.
Nun also bereichert die Puntarella den Speisezettel auch in Venedig, und die Hausfrauen an den Ständen tauschen ihre Erfahrungen aus mit dem buschigen Gewächs. Kann man die Außenblätter verwenden oder nur die Rosette im Inneren? Wie schmeckt die Puntarella als Salat, wie kocht man sie? Ja, wenn man in Rom lebte, braucht man sich diese Fragen nicht zu stellen. Da kommt sie, wie die Blattzichorie, ganz selbstverständlich in die Töpfe und auf den Tisch.

Thunfisch satt

FM ThunfischWer ißt heute noch mit gutem Gewissen Thunfisch? Nach all den alarmierenden Berichten zur Überfischung der Weltmeere. Da muß einem ja der Appetit vergehen, sollte man meinen. Nicht so den Venezianern. Bei einem Besuch auf dem Fischmarkt hinter der Rialtobrücke kann man bestaunen, was da alles aus den Tiefen des Meeres auf den Tresen und dann auf den Tellern der Venezianer landet. Weiterlesen

Wo gibt es einen guten Cappuccino?

Wenn ein Italiener Cappuccino bestellt, dann zum Frühstück, und das am liebsten mit einem frischen Croissant. Wenn dieser Italiener oder ein beliebiger Besucher Venedigs nach der besten Bar sucht, in der man zum Frühstück einen anständigen Cappuccino mit einem genießbaren Stück aus der Pasticceria serviert bekommt, kann er sich bei einem Blogger schlau machen, der seit einigen Monaten Venedig durchstreift, als anonymer Vorkoster sozusagen. Weiterlesen

Acqua alta 2012

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Was für ein Jahr. Die offiziellen Wasserstandsmeldungen für Venedig besagen, dass im vergangenen Jahr der Markusplatz an 103 Tagen überschwemmt war. Das geschieht immer dann, wenn die tägliche Flut einen Wert von 80 Zentimetern und mehr erreicht. Extremhochwasser ist bei 110 Zentimetern angesagt.. Das war voriges Jahr acht Mal der Fall, davon zweimal mit Wasserstandsmeldungen über 140 Zentimetern. In solchen Fällen ist der größte Teil der Stadt nicht mehr trockenen Fußes erreichbar. Weiterlesen

Giudecca als Hort der Künste

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Ulrich Tukur hat hier viele Fans (Fotos R.W.)

Giudecca ist in Venedig ein besonderer Stadtteil. Dabei kommt er – als siebenter Stadtteil – in der Aufzählung der Sestiere gar nicht vor. Doch tut man dort einiges, um nicht übersehen und vergessen zu werden. Mitte September fand in diesem Jahr zum dritten Mal die bunte Schau „LiberArti“ statt., und man gewann dafür auch Menschen, die nicht in diesem Stadtteil groß geworden sind, aber als Zugereiste gern hier leben. Da hatte man drei Tage lang Gelegenheit, das ganze Spektrum der künstlerischen Aktivitäten dieses Stadtteils zu erleben. Als Besucher hatte man den Eindruck eines großen Familienfestes. Weiterlesen