Kategorie-Archiv: Von Tag zu Tag

Ein Wochenende im Oktober

Oh, wie so trügerisch... (Foto R.W.)

Oh, wie so trügerisch… (Foto R.W.)

Als Zeitungsleser hat man es nicht leicht, gutgelaunt die Nachrichten über das Geschehen in der Welt zu überstehen. Da liest man von Bienen, die es kaum noch gibt und bald überhaupt nicht mehr (wirklich?); dafür so gut wie gar nichts mehr über die Bewegung Pulse of Europe, die in diesem Sommer so vielversprechend die Städte Europas eroberte, während die Nachrichten aus Berlin, Paris, London und Rom sich zunehmend eintrüben, von Washington ganz zu schweigen. Doch da ein Lichtstrahl, der bis in das Jahr 2019 reicht: die Nachricht, man habe in Rom endlich die Lösung für das Problem mit den Kreuzfahrtschiffen gefunden, die als Aufreger Nummer 1 seit Jahren in Venedig und über Venedig hinaus negative Schlagzeilen machen. Weiterlesen

Wohin mit dem Gepäck? Es gibt eine Lösung. Hier und jetzt.

Ja, ich bin pink und vaise (Foto R.W.)

Ja, ich bin pink und vaise (Foto R.W.)

Touristen, die sich auf ihrer Reise durch die angesagten Städte dieser Welt auch einen Zwischenstopp in Venedig gönnen, sie können jetzt erleichtert aufatmen, denn siehe, es gibt hier einen Ort, wo sie ihr Gepäck sicher aufbewahren und anschließend unbeschwert mit Smartphone oder Tablet auf Motivjagd durch die Gassen streunen können, bevor sie in die nächste Stadt enteilen. Weiterlesen

Warten auf Mosee…

Die Fahrrinne für Kreuzfahrtschiffe vor Lido (Foto R.W.)

Die Fahrrinne für Kreuzfahrtschiffe von der  Seeseite aus gesehen (Foto R.W.)

Der Sommer geht still zu Ende. Die Zufahrt für die Kreuzfahrtschiffe schimmert blau. Zur Zeit sind keine unterwegs. Ist wohl nicht ihr Tag. Im Hintergrund ahnt man die Baustelle für das Flutwehrsystem Mose, auf der inzwischen seit fast 30 Jahren gearbeitet wird. Mal mehr, mal weniger. Es kommt auf die Launen der Politik an und die verschlungenen Wege, die das Geld genommen hat, das bisher für das Projekt bewilligt worden ist. Inzwischen ist von einer Summe in der Größenordnung von fünf Milliarden Euro die Rede. Der Termin für die Fertigstellung musste immer wieder verschoben werden. So werden die Venezianer auch in diesem Jahr wieder damit leben müssen, dass im Herbst das Hochwasser je nach Wetterlage den Markusplatz und große Teile der Stadt überschwemmt. Weiterlesen

Morgens um sieben

 

 

Wie einst die Impressionisten (Foto R.W.)

Wie einst die Impressionisten (Foto R.W.)

Da sitzen zwei Besucher aus Fernost auf dem Ponton der Haltestelle San Marco/Vallaresso und genießen den Ausblick über den Canal Grande zur Kirche Santa Maria della Salute, ungestört von den Pendlern, die erst später zu erwarten sind. Sie sind da, ganz ohne Selfie-Einrichtung und ohne Spiegelreflex- oder Digital-Camera. Stattdessen haben sie kleine Staffeleien, allerlei Farbtuben und Pinsel vor sich ausgebreitet.

Sie sind dabei, mit Pinsel und Farbe diesen Augenblick und diesen Anblick in Venedig für sich festzuhalten, ohne dass er für den Transport in die digitalen Wolken zugerichtet wird. Müssen wir angesichts dieses Bildes unser Vorurteil revidieren? Sind Touristen gar nicht so, dass sie nur in der Welt herumreisen, um möglichst viele Bilder zu „schießen“, aber ihre „Beute“ erst in Augenschein nehmen, wenn sie wieder zu Hause sind, wenn überhaupt? Betrachten wir das Pärchen als Ausnahme von der Regel.

 

 

 

 

Eine Frage der Distanz…

Unweit vom Markusplatz... (Foto R.W.)

Unweit vom Markusplatz… (Foto R.W.)

Wie meint dieser Herbst es doch gut mit den Venezianern und den vielen Besuchern, die in diesen Tagen noch in fast sommerlicher Kleidung durch die Stadt ziehen. Gestern waren es besonders viele Leichtbekleidete, die als Marathonläufer bei strahlendem Wetter über die Gassen und Rampen trabten, bis sie endlich in den Giardini von Castello ihr Ziel erreicht hatten. Weiterlesen

Gestrandet?

Was gibt es da zu glotzen? (Foto R.W.)

Was gibt es da zu glotzen? (Foto R.W.)

Man trifft bei seinen Spaziergängen durch Venedig und über die Laguneninseln auf die merkwürdigsten Bewohner, auf die man nicht vorbereitet war. Sind sie hier gestrandet, als die Arche Noah vorbeikam? Sie verweigern die Aussage. Nicht einmal zum Meckern sind sie aufgelegt.

Wer errät, wo man diesen Bewohnern begegnen kann, hat sich eine Vaporetto-Freifahrt zur Insel Certosa verdient.

 

Ein Schlüsselerlebnis ganz ohne Schlüssel

Ein kommunikatives Bedienungsfeld (Foto R.W.)

Ein kommunikatives Bedienungsfeld (Fotos R.W.)

Der Palazzo Querini Stampalia am Campo S. Maria Formosa aus dem 16. Jahrhundert beherbergt die gleichnamige Stiftung, die der letzte Erbe der Grafenfamilie 1869 der Stadt Venedig vermacht hat. Hier gehen täglich viele Besucher ein und aus, um in der Bibliothek ihre Studien zu betreiben oder eine der Ausstellungen zu sehen. Die Besucher finden im Eingangsbereich großzügig bemessene Schließfächer für Garderobe,Schirme und Taschen. Hier überrascht das traditionsreiche Haus mit einer sehr innovativen Einrichtung, die der Tatsache Rechnung trägt, dass viele Bibliotheksbesucher täglich ins Haus kommen und bis in die Nachtstunden in den Bibliotheksräumen verweilen. Weiterlesen

Wohin mit dem Strandgut?

Die Ernte eines langen Winters

Die Ernte eines langen Winters (Foto R.W.)

Wer den Strand von Lido im April erlebt, muss schon einige Phantasie aufbringen, um sich vorzustellen, dass der gut fünf Kilometer lange und unterschiedlich breite Sandstreifen im Sommer wieder zur Goldgrube mutieren wird. Zwar geht es da nicht mehr so mondän zu wie in Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig, und auch die Kulisse für den gleichnamigen Film über fünfzig Jahre später ist heute in einem bedauernswerten Zustand, dafür verteilt sich die Goldgrube jedes Jahr aufs neue mit bewirtschafteten Badegelegenheiten im Norden, in der Mitte und im Süden über die gesamte Länge der Insel. Weiterlesen

Mit Sirenen hochgerüstet

Mose 1 transportiert die Schleusenelemente an den Ort ihres Wirkens und positioniert sie zentimetergenau in die Scharniere tief im Wasser (Foto R.W.)

Mose 1 transportiert die Schleusenelemente an den Ort ihres Wirkens und positioniert sie zentimetergenau in die Scharniere tief im Wasser (Foto R.W.)

Auf dem Gelände des Arsenale ist bereits ein vollfunktionsfähiger Wartungsbetrieb für das Flutwehrsystem Mose eingerichtet, der inzwischen damit beschäftigt ist, die angelieferten Schleusen-Elemente zu den drei Zufahrten zwischen Adria und Lagune zu transportieren und sie dort in den vorgesehenen Scharnieren am Boden der Fahrrinnen zu installieren. Am Ende sollen es 78 Schleusen-Elemente sein, die sich vom Grunde der Fahrrinnen nach oben recken werden, um das aus der Adria andrängende Hochwasser daran zu hindern, die Lagune zu überfluten. So der Plan. Weiterlesen