Kategorie-Archiv: Besuch in Venedig

Wochenende mit Wutbürgern

Wasserfeste Wutbürger

Wutbürger auf dem Giudecca-Kanal (Fotos R.W.)

Die Bürgerinitiative NO GRANDI NAVI hatte für das Wochenende (7.- 9. Juni) zu Protesten gegen die Kreuzfahrtschiffe aufgerufen, die in zunehmender Zahl an der malerischen Kulisse Venedigs vorbei zu ihren Anlegestellen im Hafenbecken gelotst werden, und es kamen nicht nur Venezianer, sondern auch Aktivisten aus anderen Ländern. Weiterlesen

Wo gibt es einen guten Cappuccino?

Wenn ein Italiener Cappuccino bestellt, dann zum Frühstück, und das am liebsten mit einem frischen Croissant. Wenn dieser Italiener oder ein beliebiger Besucher Venedigs nach der besten Bar sucht, in der man zum Frühstück einen anständigen Cappuccino mit einem genießbaren Stück aus der Pasticceria serviert bekommt, kann er sich bei einem Blogger schlau machen, der seit einigen Monaten Venedig durchstreift, als anonymer Vorkoster sozusagen. Weiterlesen

Auf Konfettis Spuren

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Das war also der Karneval in Venedig. Farbenfroh sollte er sein. Ganz nach dem Motto „Vivi i colori“. Da ließ sich auch der Gott des Winters herbei und spendete Weiß. Viel Weiß. Nach 12 Stunden war Venedig verschneit. Da wollte sich auch der Gott der Meere nicht lumpen lassen und schickte ein Hochwasser , das sich gewaschen hatte. Beides zusammen hatten die Venezianer noch nicht erlebt. Sagen sie. Weiterlesen

Gritti si! Fondacca no!

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Haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis jemanden, der es sich leisten könnte und bereit wäre, für eine Hotelsuite  12000 Euro/Nacht auszugeben? Dann machen Sie ihm bestimmt eine  Freude mit dem Hinweis, dass ab sofort wieder das Gritti Palace Hotel nach 15 Monaten Umbauzeit wieder eröffnet ist. Neben der Luxussuite sind noch weitere 20 Suiten bescheideneren Zuschnitts und 61 Zimmer im Angebot. Weiterlesen

Phänomen Venedig

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Kolossal anstößig (Foto R.W.)

Da wird so mancher Venedig-Liebhaber, der in dieser einmaligen Stad etwas sucht, was er in keiner anderen zu finden hofft, ins Grübeln kommen. Der Ende des Jahres in deutschen Kinos gezeigte Dokumentarfild „DAS VENEDIG PRINZIP“ erweist sich als Zwickmühle für alle, die sich bei dem Besuch unserer Kulturstätten ein gewisses Maß an Respekt bewahrt haben. In diesem Film bekommen einige der noch in Venedig lebenden Einwohner Gelegenheit, ihre Befindlichkeit zum Ausdruck zu bringen, und es ist keine Überraschung, dass sich Venezianer als eine verschwindende Minderheit empfinden, die von einer stetig steigenden Touristenflut bedrängt und schließlich ganz verdrängt werden. Kann man da noch, ungerührt von dieser Befindlichkeit, weitermachen wie bisher und mit Bus oder Bahn, auf dem Wasser oder durch die Luft in diese Stadt als unwillkommener Gast einfallen oder soll man sich weitere Besuche verkneifen? Keine leichte Frage, und der Dokumentarfilm hat sich erfolgreich um eine Antwort gedrückt. Weiterlesen

Biennale-Bilanz

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Im Russischen Pavillon: Zugang nur per QR-Code (Foto R.W.)

Am Sonntag, 25. November, ging in Venedig nach zwölf Wochen die 13. Architektur-Biennale zu Ende. Stolz melden die Organisatoren einen Zuwachs der Besucherzahlen gegenüber 2010 um 4,7%. Insgesamt haben knapp 180 000 Besucher die Ausstellung in den Giardini und im Arsenale gesehen. 55 Länder waren als Aussteller beteiligt, nicht alle – oder sagen wir lieber: nur wenige – folgten der Vorgabe des Ausstellungsdirektors David Chipperfield, sich auf den „Common Ground“ der Zunft zu besinnen. Stattdessen war es für viele Länder eine willkommene Gelegenheit zu demonstrieren, wie fortschrittlich und souverän man mit den neuesten Errungenschaften der Kommunikations- und Präsentationstechnik umzugehen wußte. Ob das auch immer gleichbedeutend ist mit der architektonischen Wirklichkeit daheim? Potemkin läßt grüßen.

Hochbetrieb im Bacino von San Marco

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Redentore eine Geschmacksfrage (Foto R.W.)

Zum Redentore-Fest sind alle Venezianer auf den Beinen oder auf dem Wasser. Einige schaffen es an diesem Samstag im Juli sogar bis zur Erlöserkirche auf Giudecca, wo in Erinnerung an die Pest, die 1577 die damalige Bevölkerung praktisch halbierte, alljährlich eine Messe zelebriert wird. Der Patriarch und der Bürgermeister der Stadt schreiten zu diesem Zweck gemeinsam auf der 337 Meter langen Pontonbrücke über den Giudecca-Kanal vom Ufer der Zattere bis zur Palladio-Kirche gegenüber. Damit ist das relegiöse Zeremoniell eröffnet. Weiterlesen

Museo della Gondola

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Die Gondelwerft von San Trovaso  soll Museo della Gondola werden (Foto R.W.)

Gibt es in Venedig zu wenig Museen? Ganz abgesehen davon, dass manche behaupten, die Stadt selbst sei ja Museum genug, hat man in der Stadtverwaltung über diese Frage wohl schon länger nachgedacht und ist schließlich – blitzartig! – darauf gekommen, dass da wohl noch ein Gondelmuseum fehlt. Rasche Abhilfe ist nun beschlossen. Für die Einrichtung eines Gondelmuseums werden 400 000 € locker gemacht, weitere 200 000 € sollen von Sponsoren hinzukommen. Das reicht für den Anfang. Weiterlesen

Mit 30 Knoten durch die Lagune

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Beim nächsten America´s Cup will Prada mitsegeln (Fotos R.W.)

In Venedig freute man sich in der Woche von Himmelfahrt über ein maritimes Großereignis. Auch wenn Spiegel Online die Schau kleinredet, indem er die Veranstaltung eine Operetten-Inszenierung nennt, stört das die Gastgeber nicht im geringsten. Den Teams und den Zuschauern – immerhin 80 000 am letzten Tag – gefiel´s. Weiterlesen

Decelerazione

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Was dem Netturbino entging (Foto R.W.)

Der Flug von Frankfurt nach Venedig dauert eine gute Stunde. Bei strahlendem Vorfrühlingswetter können wir die schneebedeckten Alpenkämme zehn Kilometer unter uns bewundern und später im Landeanflug aus größerer Nähe die Lagune mit der ausgefransten Küstenlinie und die langgestreckten Inseln Pellestrina und Lido, die nach Osten die Lagune gegen das Meer abschirmen. Dann sehen wir die historische Stadt mit der gedrängten Ansammlung von Bauwerken, die sich mit klaren Konturen vom Wasserspiegel abhebt. Mit einem Blick ist das ganze Ensemble erfaßt, und man mag sich wundern, dass da unten Platz sein soll für Tausende von Besuchern, die auf den ausgetretenen Wegen und den Kanälen hin und her wogen. Weiterlesen