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In Castello tut sich was

Toilette mit Wickelraum (Foto R.W.)

Toilette mit Wickelraum (Foto R.W.)

Vor einigen Tagen ist mir ein Zettel in die Hände gefallen, in dem die Bürger von Castello zu einer Versammlung eingeladen hatten, in der sie ihre Unzufriedenheit über den mangelnden Service der Stadt zum Ausdruck bringen wollten. Die Veranstaltung liegt einige Monate zurück. Wir wollten einmal miterleben, wie hier Bürgerbeteiligung funktioniert, und spielten Mäuschen. Mein Tagebucheintrag vom 19. Mai: Weiterlesen

Frühling ist den ganzen Winter

Schmeckt roh und gekocht (Foto R.W.)

Schmeckt roh und gekocht (Foto R.W.)

Die Marktstände sind ergrünt, als wäre schon Frühling. Es gibt allerlei Krautiges zum Kochen, für Salate, als Zutat für eine Pasta. Auffallend viele der grünen Angebote stammen von einer Wildpflanze ab, die auch in Deutschland verbreitet ist und gerne an Wegrändern wächst. Daher ihr Name Wegwarte. In Italien kommt sie als Kulturpflanze vor: als Radicchio, Catalogna (Blattzichorie) oder Puntarella. Letztere ist ein Gewächs, das sich von Latium bis in das Veneto vorgearbeitet hat. Dabei war es schon mal in ganz Europa bekannt und beliebt. Hildegard von Bingen wußte seine gesundheitliche Wirkung zu loben, bei den Griechen der vorchristlichen Zeit war es auch für Zaubertränke gut.
Nun also bereichert die Puntarella den Speisezettel auch in Venedig, und die Hausfrauen an den Ständen tauschen ihre Erfahrungen aus mit dem buschigen Gewächs. Kann man die Außenblätter verwenden oder nur die Rosette im Inneren? Wie schmeckt die Puntarella als Salat, wie kocht man sie? Ja, wenn man in Rom lebte, braucht man sich diese Fragen nicht zu stellen. Da kommt sie, wie die Blattzichorie, ganz selbstverständlich in die Töpfe und auf den Tisch.

Giudecca als Hort der Künste

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Ulrich Tukur hat hier viele Fans (Fotos R.W.)

Giudecca ist in Venedig ein besonderer Stadtteil. Dabei kommt er – als siebenter Stadtteil – in der Aufzählung der Sestiere gar nicht vor. Doch tut man dort einiges, um nicht übersehen und vergessen zu werden. Mitte September fand in diesem Jahr zum dritten Mal die bunte Schau „LiberArti“ statt., und man gewann dafür auch Menschen, die nicht in diesem Stadtteil groß geworden sind, aber als Zugereiste gern hier leben. Da hatte man drei Tage lang Gelegenheit, das ganze Spektrum der künstlerischen Aktivitäten dieses Stadtteils zu erleben. Als Besucher hatte man den Eindruck eines großen Familienfestes. Weiterlesen

Museo della Gondola

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Die Gondelwerft von San Trovaso  soll Museo della Gondola werden (Foto R.W.)

Gibt es in Venedig zu wenig Museen? Ganz abgesehen davon, dass manche behaupten, die Stadt selbst sei ja Museum genug, hat man in der Stadtverwaltung über diese Frage wohl schon länger nachgedacht und ist schließlich – blitzartig! – darauf gekommen, dass da wohl noch ein Gondelmuseum fehlt. Rasche Abhilfe ist nun beschlossen. Für die Einrichtung eines Gondelmuseums werden 400 000 € locker gemacht, weitere 200 000 € sollen von Sponsoren hinzukommen. Das reicht für den Anfang. Weiterlesen

Oh, Freunde in Facebook

Wen haben wir denn da alles? Da ist zum einen dieser Osama. Der schickt mir regelmäßig seine Aufrufe und Anweisungen. Immer noch. Und hier noch wer. Obama. Obama kommt kaum noch dazu, mir zu schreiben. Hat ja auch viel am Hals. Und schließlich ein Venezianer. Der Bürgermeister Orsoni zeigt mir das neue Venedig. Immer von links oben.

Oho, so log wohl noch kein Blogger, oder doch?

Spanische Armada zu Besuch

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In der ersten Februarwoche hat ein spanisches Segelschulschiff im Bacino von Venedig angelegt. Da liegt es nun an der Promenade von Zattere, direkt gegenüber der Hafenbehörde, weiß und mit vier Masten. Größer als die Gorch Fock. Von herabfallenden Kadettinnen keine Spur. Weiterlesen

Winterspaziergang am Meer

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Wo sind die Hunde? (Foto M.W.)

Im Winter gehört der Strand von Lido den Hunden. Hier können sie nach Herzenslust herumtollen, und wenn Herrchen oder Frauchen sich auch noch dazu herabläßt, Stöckchen in die Luft zu werfen, ist die Freude kaum auszuhalten. Nur die Begegnung von Hund zu Hund ist noch aufregender. Weiterlesen

Basilica San Marco schamverhüllt

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Ein Rundblick auf dem Markusplatz (Fotos R.W.)

Ist das noch Venedigs gute Stube, wie wir sie kennen und bewundern? Wohin man blickt, verhüllte Fassaden. Die Basilika des heiligen Markus verbirgt sich hinter einem Baugerüst, das Museo Correr gegenüber täuscht eine Filmleinwand vor. Aber da ist gar kein Freilichtkino. Verhüllt auch die beiden berühmten Cafés Florian und Quadri. Immerhin verkünden angeheftete Zettel am Baugerüst, dass im Florian drinnen weiter bedient wird. So trotzt man den Widrigkeiten der Zeit. Weiterlesen

Aria fritta

Fast will es einem scheinen, als verginge kein Tag, an dem nicht irgendwo ein neues Buch über Venedig vorgestellt wird. Im ehrwürdigen Vortragssaal des Ateneo Veneto geschah dies in kurzer Folge schon zum zweiten Mal. Der Titel des zweiten Buches, das hier vorgestellt wurde, läßt schon ahnen, woher der Wind weht: “Quando c´erano i Veneziani” (Als es noch Venezianer gab). Und man wird nicht enttäuscht. Es geht um die Erinnerungen von einem Dutzend prominenten Venezianern reinsten Wassers (DOC, wie man hier gerne sagt), die mit ihrer Sorge um das Venedig von heute der Zustimmung aller Anwesenden – in der Mehrzahl ebenfalls Venezianer DOC in vorgerücktem Alter – sicher sein können. Weiterlesen