Archiv des Autors: Pantalone

Über Pantalone

Jeder ist überzeugt von seiner Individualität. Dabei wird die Möglichkeit der Dividualisierung eines Menschen unterschätzt. Tucholsky zum Beispiel brachte es spielend auf vier bis fünf Personen. Und Pantalone? P1 der Beobachter P2 der Genießer P3 der Sammler P4 der Nörgler P5 der Besserwisser P6 der Poeta P7 der Kritiker P8 der Reporter P9 der Rechercheur P1-9 der Allumfaselnde und als Gast Herr Anatol Frustwächter Sie alle werden in den entsprechenden Kategorien ihre Spuren hinterlassen. (Aber wer ist Pantalone? Immer der gleiche, immer ein anderer.)

30 Millionen jährlich! Wirklich?

2017 kamen weniger Touristen hoch zu Schiff nach Venedig. Eine Wirkung der Proteste? (Foto R.W.)

Für Venedig war 2017 wieder ein Jahr der Superlative. Die Hotels und Pensionen der Stadt, insgesamt 406, und die seit einigen Jahren zunehmenden Privatunterkünfte, die über Online-Vermittler gebucht werden können – inzwischen gibt es davon mehr als 6000, Tendenz steigend – , haben im vergangenen Jahr über 5 Millionen Gäste beherbergt, die im Durchschnitt 2,32 Tage in der Stadt verweilten. Dabei hat das Kreuzfahrtgeschäft geschwächelt: nur 1,6 Millionen Besucher statt 1,7 Millionen im Jahr davor. Doch sie zählen in der Statistik sowieso nicht. Schließlich haben sie ihre Betten mitgebracht und bekommen ihr Abendessen hoch über den Dächern der Stadt serviert. Weiterlesen

Willkommenskultur? Wohl kaum!

 

So zeigt man es denen da oben (Fotos R.W.)

An diesem letzten Wochenende im September 2018 sind im Passagierhafen von Venedig vierzehn Kreuzfahrtschiffe amgekommen und haben ihren Beitrag zur Umweltbelastung, zur Luftverschmutzung und zur Beschädigung der Uferbefestigungen geleistet, um nur einige der unerwünschten Nebenwirkungen des Kreuzfahrt-Tourismus für die Lagunenstadt zu benennen. Ihr Beitrag zu einem ausgewogenen Verhältnis von Ökologie und Ökonomie ist seit Jahren umstritten und scheint die Regierung in Rom zu überfordern. Weiterlesen

Venedig mit Wirkungen und Nebenwirkungen

Eine hörbare Glasskulptur von Martin Daske (Foto R.W.)

Zwei Stipendiaten des Deutschen Studienzentrums in Venedig (DSZV) traten in diesen Tagen gemeinsam während einer Ausstellung am Campo S. Stefano in Erscheinung. Ort des Geschehens: der Spazio Arte Contemporanea (SPARC). Der eine weckte unsere Neugier, wie wohl eine filigrane Glasskulptur zu Musik wird, der andere ließ uns im Ungewissen, ob man in ihm einen Wiedergänger des Herrn Aschenbach sehen sollte, der hier in Venedig schon Anfang des letzten Jahrhunderts seinen Auftritt hatte und ihn nicht überlebte, wie Thomas-Mann-Leser sich erinnern werden. Doch der Reihe nach.

Albrecht Pischel (r.) und sein Alter Ego in Venedig (Foto R.W.)

Albrecht Pischel lebt und arbeitet in Berlin und ist der eine Stipendiat. Man beachte den Anfangsbuchstaben seines Vornamens, aus dem man so etwas wie eine Beziehung mit Aschenbach herauslesen darf, allerdings nicht so sehr mit dem, der uns aus Thomas Manns Novelle bekannt ist, sondern mit dem aus Luchino Viscontis Film, in dem Aschenbach nicht mehr als Schriftsteller auftritt, sondern als Komponist. Das passt besser zu Albrecht P. Schließlich ist er nach Venedig gekommen, um sein Projekt Death in Venice 2 zu realisieren. Und wie das Leben so spielt, könnten die Koinzidenzen günstiger nicht sein. Schuld haben die Filmfestspiele auf Lido, wo man aus Anlass der 75. Festspiele das Archivmaterial aus 75 Jahren Filmgeschichte dem geneigten Publikum zugänglich machen wollte. Da ist kein Ort passender als der Schauplatz von Death in Venice: das einstige Luxushotel Des Bains, dem man ansieht, dass es schon bessere Tage erlebt hat. Albrecht P. bekommt Gelegenheit, sich in diesem einst so prachtvollen Bauwerk umzusehen und zu filmen, während andere eifrig damit beschäftigt sind, Bildlmaterial zu sichten und die Säle im Erdgeschoss für die Ausstellung herzurichten. Kommt das nun als Dauerbaustelle dem Verfall entgegensiechende Bauwerk als Kulisse für eine neue Version von Death in Venice in Frage? Albrecht P. scheint unschlüssig zu sein. Vielleicht eignet sich sein Videomaterial, das er in dem herunergekommenen Gemäuer aufgenommen hat, für ein Computerspiel, in dem ein Aschenbach 3 herumirren könnte. Sein Alter Ego A (wie Albrecht) findet wohl Gefallen an dieser Idee, spielt aber auch andere Möglichkeiten durch, um Tote wieder auferstehen zu lassen. Irgendwann wird schon die Zeit gekommen sein, dass es mit dem Alphabet weitergeht. Wer A sagt, muss auch B sagen. Irgendwann bald.

Martin Daske mit Petra Schaefer vom DSZV (Foto R.W.)

Nun also der zweite Gast im Hause DSVZ: Martin Daske. Auch er lebt in Berlin, ist freischaffender Komponist, Autor, Regisseur und Produzent und hat vor einigen Jahren damit begonnen, eine Reihe von Kompositionen als sogenannte „Folianten“ zu gestalten. Dabei handelt es sich um dreidimensionale Notationen, die mit Papier nichts mehr zu tun haben. Als Notationen versteht man bei Musikern so etwas wie die Verschriftung von Musik; bei den Folianten allerdings gibt es keine Notenschrift im herkömmlichen Sinne, sondern unterschiedliche Formen der Materialisierung in drei Dimensionen. Es liegt nahe, dass sich Daske während seines Aufenthalts als Artist in Residence beim Studienzentrum von der Glasbläserkunst anregen ließ. Dabei sind zwei neue Partituren für seine Serie von Folianten entstanden: Foliant 35 für Kontrabass und Foliant 36 für Gesangstimme. Musikalische Analphabeten, die vielleicht was von Halb- und Viertelnoten gehört haben, dürfen diese Partituren gerne als filigranene Kompositionen aus Muranoglas und Zufallsfunden wahrnehmen, die man bei Spaziergängen am Strand von Lido sammelt, während der „lesekundige“ Musiker darin auch die Anweisungen findet, welche Töne er seiner Stimme oder seinem Instrument zu entlocken hat. Er spielt oder singt dann nicht vom Blatt, aber nach den Noten, die sich aus der Anordnung und Positionierung der Elemente in der filigranen Skulptur erschließen lassen. Da diese Art des Notenlesens wohl noch nicht an allen Musikschulen zum Standard-Repertoire gehört, bleibt die Umsetzung in ein Hörerlebnis den Musikern vorbehalten, die – wie Daske erklärt – sich auf dieses Zusammenspiel mit dem Komponisten einlassen. Die Folianten, die wir während der Ausstellung am Campo S. Stefano zu sehen bekamen, sind also beides, Skulpturen der Glasbläserkunst, die man jederzeit betrachten und bewundern kann, und Noten zu einem Musikstück, das ein Interpret zum Klingen bringt, sofern er sich auf diese Form der Notation versteht. Die beiden venezianischen Folianten sind ein Gemeinschaftswerk des Komponisten Martin Daske und des Glaskünstlers Leonardo Cimolin. Von dem dritten Mitwirkenden, der das Ganze zum Klingen bringt, kennen wir den Namen nicht. Noch nicht. Aber es handelt sich wohl um bestellte Kompositionen.

Der Komponist und der Glaskünstler: Martin Daske (l.) und Leonardo Cimolin (Foto R.W.)

Wieder barrierefrei

Imprägniert und frisch gestrichen (Foto R.W.)

Ein Provisorium wird repariert (Foto RW)

Anatoll Frustwächter und Pantalone freuen sich, dass die Accademia-Brücke wieder begehbar ist.

Wie lang ist es her, dass die Brücke wegen Renovierungsarbeiten nur mit Mühe passierbar war?

Gut sechs Monate. So lange war die Brücke verhüllt.

Das war ja auch ein schönes Bild.

Doch eine recht beschwerliche Angelegenheit, wenn man von einer Seite des Kanals auf die andere wollte.

Dank der großzügigen Spende des Brillenkonzerns Luxottica ist das gute Stück nun wieder in einem Zustand, in dem Anblick und Funktion miteinander harmonieren.

Dabei war es nicht die erste Renovierung seit Errichtung der provisorischen Holzkonstruktion im Jahr 1933.

Für ein Provisorium hat sich die Brücke ja wacker behauptet. Selbst die tausend eisernen Treueschwüre, mit denen Liebespärchen die Geländer behängten, hat sie über sich ergehen lassen.

Das Holz sieht ja recht frisch aus. Aber es wird wohl nicht in alle Ewigkeit der Witterung und der Abnutzung durch die Fußgänger trotzen.

Eins ist wenigstens sicher. Die Pärchen, die hier ihre Liebesweise hinterlassen wollen, werden es schwer haben, ihre Vorhängeschlösser anzubringen.

Na, das ist ja schon mal was.

Musik mal so, mal so

Wer in Venedig einen Espresso zu sich nehmen will und das im Sitzen, sollte sich vielleicht nicht gerade den Markusplatz aussuchen. In Venedigs guter Stube zahlt man nicht nur für die bestellte Erfrischung, sondern auch für das Ambiente und die Musik, die den Platz aus diversen Richtungen beschallt.

In diesen Tagen gibt es dazu wieder einmal aufregende Details. Da wurde einem Touristen-Paar im Caffè Lavena für zwei Espressi und zwei Fläschchen Mineralwasser, sitzend eingenommen, eine Rechnung über 43 Euro präsentiert.

Das Pärchen fand das überteuert und empörte sich prompt in den sozialen Medien, wo man nun den Kassenbon als Corpus Delicti bestaunen darf. Die lapidare Antwort der an den Pranger gestellten Bar: Im Stehen gibt es den Espresso für 1,20 €, im Sitzen mit Musik kostet es mehr. Steht alles im Preisaushang.

Wer in Frankfurt einen Handkäs mit Musik bestellt, hat derart schockierende Erlebnisse nicht zu gewärtigen. Das liegt wohl auch daran, dass er an der Erzeugung der Musik ja selbst beteiligt ist, während auf dem Markusplatz mehrere Orchester sich dabei abwechseln, für die Unterhaltung zu sorgen. Alles klar?

Temporäre Kapellen des Heiligen Stuhls auf S. Giorgio

Eine von zehn Kapellen im Hain von S. Giorgio: Ricardo Flores & Eva Prats, Barcelona (Foto R.W.)

Pantalone und Anatoll Frustwächer haben sich in dem Hain auf der Insel S. Giorgio umgesehen, der normalerweise für das Publikum geschlossen ist, nun aber als Ausstellungsort im Rahmen der Architektur-Biennale für die Besucher der temporären Kapellen des Heiligen Stuhls geöffnet ist.

Hast du gemerkt? Wir sind gezählt worden. Der Heilige Stuhl will es wohl genau wissen, wie seine Beteiligung an der Architektur-Biennale beim Publikum ankommt.

Du meinst wohl die junge Frau, die am Eingang zum Hain jeden Besucher registrierte. Da sei mal nicht so sicher, dass wir in dieser Zählung wirklich vorkommen.

Wie meinst du das?

Einfach so. Schließlich sind wir gar keine realen Personen, du und ich. Wir existieren doch nur als Geschöpfe unseres Schreibers.

Dann wird auch unsere Freude über die Öffnung des Hains für Besucher nicht registriert? Wie schade.

Halb so schlimm. Man kann sich ja auch als virtuell existierendes Wesen einmischen und mit der Realität befassen. Und die Besucher, die ja alle real existieren, sollten dem Heiligen Stuhl dafür dankbar sein, dass sie in einem Winkel Venedigs herumlaufen können, der sonst für sie unzugänglich wäre. Mindestens dafür und die phantastische Aussicht auf Venedig aus einer neuen Perspektive.

Was hat das eigentlich zu bedeuten: Heiliger Stuhl, Holy See, Santa Sede?

Da hat mir Wikipedia weitergeholfen. Mit diesem Begriff ist die völkerrechtliche Stellung der Katholischen Kirche gemeint, die ja nicht eine Nation vertritt, sondern alle Gläubigen in der Welt, als Weltkirche sozusagen. Der Heilige Stuhl ist im Biennale Katalog unter den teilnehmenden Nationen zu finden.

So ist wohl auch zu verstehen, dass in dem Hain nicht nur temporäre Kapellen aus Italien stehen, sondern aus den verschiedensten Weltregionen. Seht her, wir sind Weltkirche. In Katalonien wie in Japan, Kanada, Australien, Nord- und Südamerika.

Ist dir aufgefallen, dass die Architekten mit dem Kreuz sehr diskret umgegangen sind?

Ja, und es hat mir gefallen. Man kann es so deuten: Du bist als Besucher willkommen, auch wenn du nicht zu uns gehörst. Wir fuchteln nicht mit dem Kreuz herum, um das Böse zu vertreiben, und unterstellen auch nicht, dass die anderen sozusagen zwangsläufig auch die Bösen sind.

Diese Interpretation würde in Bayern wohl kaum Anklang finden.

Wie gut, dass wir nicht in Bayern sind.

Wir empfehlen allen, auch Bayern, die in den nächsten Monaten die Biennale besuchen, mit der Linie 2 die Insel S. Giorgio anzusteuern und in dem Hain zu wandeln, der neben dem verfallenden Freilichttheater zehn temporäre Kapellen unterschiedlichster Bauart beherbergt.

Das siebente Viertel von Venedig

Noch sieht es am Canale Scomenzera so aus (Foto R.W.)

Ist das siebente Viertel Venedigs nur ein Traum?

Wer im Vaporetto auf dem Giudecca-Kanal in Richtung Hafen unterwegs ist und schließlich in den Scomenzera-Kanal einbiegt, kann linker Hand zu Kreuzfahrtschiffen aufblicken, die da im Hafenbecken parallel zum Kanal vor Anker liegen. Rechts passiert man die Haltestelle S. Marta und dahinter auf etwa ein Kilometer Länge ein Durcheinander von gelagerten Baumaterialien, Kränen und Lastkähnen, die mit dem Verladen von allerlei Schrott und Baustoffen beschäftigt sind. Alles in allem nicht gerade die von Touristen bevorzugte Gegend.

Aber das kann, das soll sich ändern. Nicht sofort, doch in absehbarer Zeit, wenn man die Maßstäbe Venedigs in Betracht zieht, die uns gelehrt haben, beharrlich und geduldig die angestrebten Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren. Ab Giudecca-Kanal gerechnet sind es etwa tausend Meter, bis der Kanal unter einer Brücke verschwindet und schließlich  als Santa-Chiara -Kanal den Canal Grande erreicht.

An diesem Wasserweg, der zur Zeit ausschließlich von gewerblichen Anliegern genutzt wird, könnte  – man weiß noch nicht wann – ein neuer Stadtteil mit Wohnungen, Geschäften, Kultur-und Freizeiteinrichtungen entstehen und damit so etwas wie eine Brücke zwischen Stadt und Hafen bilden. Für dieses Projekt haben im zurückliegenden Semester 65 an der Universität IUAV eingeschriebene Architekturstudenten aus Italien gemeinsam mit Erasmus-Stipendiaten aus anderen Ländern Modelle und Bebauungspläne entwickelt, die nun im Rahmen eines Symposiums der Bundesstiftung für Baukultur im Deutschen Studienzentrum in Venedig zur Diskussion gestellt wurden. Beiden Institutionen liegt das Brückenbauen sowohl als konkretes Handeln wie auch in metaphorisch-symbolischer Hinsicht am Herzen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die zuständige Abteilung der Stadt informiert, was sich da bei den Architekturstudenten und ihrem Anstifter Professor Sergio Pascolo zusammengebraut hatte.

Man kann sich lebhaft vorstellen, wie  die Vorschläge zur Umgestaltung des Areals von der Stadtverwaltung aufgenommen werden. Schließlich entbehren sie noch jeglicher Grundlage und beruhen ausschließlich auf der Phantasie der an dem Projekt Beteiligten. Sie sind also nur Luftschlösser. Da höre ich schon den amtierenden Bürgermeister, wie er mit donnernder Stimme die jungen Spinner zurückweist; ganz im Sinne von Schillers Wallenstein: Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beeinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.

So weit sind wir also mit dem schönen Traum von einem neuen Stadtteil in Venedig. Man darf sich nicht wundern, wenn  auch Brücken zu Orten von Zusammenstößen werden. Schade nur, wenn man dieses Projekt als Störung der Ordnung versteht und das Potenzial übersieht, das in ihm zum Ausdruck kommt. Da hat man mit viel Phantasie und unbekümmert von den Sachen, die sich hart im Raum jeglicher Veränderung widersetzen, über neue Möglichkeiten des Lebens und Zusammenlebens in Venedig nachgedacht, über das Wohnen am Wasser und im Grünen.

Dabei wäre es doch gerade gut für die Zuständigen in der Verwaltung, die sich seit Jahren vergeblich müht, die Stadt aus den Fängen des Massentourismus zu befreien, wenn sie sich neuen Ideen nicht verschließen, selbst wenn diese noch als utopisch wahrgenommen werden. Denn neu und provizierend sind die Ideen in der Tat, mit denen die Studenten aufwarten. Sie haben in Teams miteinander gearbeitet, die Wünsche der Bewohner in der Nachbarschaft erkundet, mit ihnen und miteinander diskutiert und am Ende 17 Vorschläge präsentiert, in denen bauliche Verdichtung, Durchmischung von Wohnen und Arbeiten, Leben im Grünen, am Wasser und auf dem Wasser, die Einbeziehung des Kanals als Wohn- und Freizeitangebot sich teils ergänzen, teils ausschließen.

Ungewöhnlich an allen Vorschlägen ist zudem, dass sich keiner mit der Erhaltung bereits bestehender Strukturen aufhält. Allen gemeinsam ist, dass sie einen ganz neuen Stadtteil vorstellen, den siebenten in der traditionellen Zählung, die Giudecca außen vor läßt. Und sie haben auch schon einen Namen für ihn: Scominziar. Das weist auf den Kanal hin, an dessen Ufern sich das neue Leben entfalten soll. Scominziar ist Venezianisch und bedeutet Neubeginn. Wen wundert´s, dass einem dabei gleich Hermann Hesse in den Sinn kommt – du weißt schon, die gern zitierteZeile Und jedem Anfang liegt ein Zauber inne. Und man hofft inständig, dass es kein fauler Zauber ist.

IUAV (Istituto Universitario di Architettura di Venezia)

Die Sorgen mit der Müllentsorgung

Der komplette Müll-Entsorgungs-Atlas von Venedig

Wo lassen die Venezianer ihren Müll? Sie deponieren ihn vor der Haustür, wo ihn täglich ein Müllmann abholt (nur nicht an Sonn- und Feiertagen). Kennen wir noch eine Stadt, die sich diesen Luxus leistet? Täte sie es nicht, wären die Gassen und Plätze in kürzester Zeit unpassierbare Müllhalden. Einen Vorgeschmack davon kann man erleben, wenn die Müllmänner einmal streiken, was bisher aber nur sehr selten geschehen ist, soweit wir uns erinnern. Dabei wird das Unternehmen, dem die heikle Aufgabe der Müllsammlung und Müllverwertung übertragen wurde, in letzter Zeit mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Da ist auf der einen Seite die zunehmende Müllproduktion der B&B-Gäste und auf der anderen Seite das Verhalten der Möwen, die in jedem Müllbeutel nach Küchenabfällen und Speiseresten suchen. Fischreste sind besonders beliebt. Weiterlesen

Schluss mit der Prokrastination

Aufruf zum Protestmarsch durch Venedig

 

Anatoll Frustwächter und Pantalone haben etwas übrig für die Bewegung „No Grandi Navi“

Da demonstrieren sie wieder, und das schon seit mehreren Jahren. Aber die Kreuzfahrtschiffe kommen immer noch.

Was hast du nur? In der Organisation „No Grandi Navi“sind viele Gruppen von Menschen aktiv, die aus Sorge um den Bestand von Venedig den offiziellen Institutionen Feuer unterm Hintern machen. Es ist doch ihr gutes Recht zu demonstrieren.

Gutes Recht ist gut, wenn am Ende auch was Gutes dabei herauskommt.

Und was wäre in diesem Fall das Gute? Weiterlesen